1815-1831

Philologen ihr scheint mir der Literatur Renommisten

Philologen, ihr scheint mir der Literatur Renommisten, große Rosinen im Sack bringt ihr die Schalen zu Markt. Klirrt nur der Grobheit Sporn am lateinischen Stiefel, heißt es: „ein derber Gesell, schimpft mit Methode gelehrt.“ Doch wenn gesunderer Sinn einst fragt, was die Herren geleistet, ist´s auch Literatur, was ihr in Römisch gelallt ? (1818 – […]

Spott auf Obrigkeit | 1818


Der Wein ist eine verkörperte Idee der Liebe

Ja, ich will‘ s gestehen, und wenn‘ s meine größte Schwäche wäre, ich bin dem guten Weine herzlich gut, ich verdanke ihm mit die schönsten und heitersten Stunden, Stimmungen, wo mein Geist seiner Ewigkeit froh ward, wo ich vor den Sternen des Glücks die dunkle Erde nicht sehen und ihre Leiden, ihre Mühsale, ihre Lüge, […]

Zitate | 1821


Zwischen Frankreich und dem Böhmerwald

Zwischen Frankreich und dem Böhmerwald da wachsen unsre Reben, Grüss mein Lieb am grünen Rhein grüss mir meinen kühlen Wein! Nur in Deutschland, da will ich ewig leben Fern in fremden Landen war ich auch bald bin ich heimgegangen. Heisse Luft und Durst dabei Qual und Sorgen mancherlei – Nur nach Deutschland, tät heiss mein Herz […]

Weitere Deutschlandlieder | 1824


Das Käuzlein laß ich trauern

Das Käuzlein laß ich trauern im Astloch Tag und Nacht ich renn aus Schanz und Mauern ins offne Feld zur Schlacht Ich pflüge mit dem Schwerte und schatze Stadt und Land das Glück ist mein Gefährte und reicht mir treu die Hand So Bruder, laß uns wandern die Kost ist hier zu schlecht Bis wir dann […]

Soldatenlieder | 1825


Nur Geduld bald ist es besser (Landsknechtlied)

Nur Geduld ! bald ist es besser. Nehm ich in die Hand den Pflug, wird mein Schwert ein Weidemesser, meine Pickelhaub ein Krug. Hirsch und Hasen will ich jagen, niemand soll mein Feind sonst sein. Meine Beut ein Erntewagen ! Und den zwing ich schon allein. Süßer schmeckt am eigenen Tisch mir mein Brot und […]

Allgemein | 1826


Die Sterne sind verblichen

Die Sterne sind verblichen mit ihrem güldnen Schein Bald ist die Nacht entwichen der Morgen dringt herein Noch waltet tiefes Schweigen Im Tal und überall; Auf frisch betauten Zweigen Singt nur die Nachtigall. Sie singet Preis und Ehre Dem hohen Herrn der Welt, Der überm Land und Meere Die Hand des Segens hält. Er hat […]

Morgenlieder | 1826


Der Muck und die Fliege verheiraten sich

Der Muck und die Fliege verheiraten sich Auf einer Trauerweide Im Sonnenschein ganz öffentlich Und tanzen alle beide. Und was soll sein dein Heiratsgut Und deine Morgengabe? „Ein warmes Tröpflein Menschenblut Ist meine ganze Habe.“ Und was soll sein dein Sommergemach, Wo wir uns traulich finden? „Ein frischer, blumiger, heller Bach Im Schatten breiter Linden.“ […]

Gedichte mit Tieren | Liebesgedichte | 1826


So schlaf in Ruh (Wiegenlied)

So schlaf in Ruh! Die Zeitlos´ und die Tulpe nickt, Auf daß der Schlaf sie auch erquickt. Die Äugelein zu! Mein Kindlein du. Nun schlaf in Ruh! Die Lämmlein sind jetzt müd´ und satt, Sie suchen ihre Lagerstatt. Der Vogel fliegt zum Dornenstrauch: „Jetzt ist es Nacht, drum schlaf ich auch.“ Die Sterne leuchten hell […]

Wiegenlieder | 1826


Der Sommer kommt der Frühling flieht

Der Sommer kommt, der Frühling flieht, Schon singt kein Vogel mehr sein Lied; Vor Arbeit und Geschäftigkeit Verstummt die Freude weit und breit. Des Alltags wird es keinem klar, Daß es noch neulich Frühling war, Auch sonntags denkt man kaum zurück, Nur in der Zukunft sucht man´s Glück. Ich hang´ an der Vergangenheit, An jener […]

Sommer | Wiegenlieder | 1827


Sorglos hast du hier im Flieder (Die Leidtragenden)

Sorglos hast du hier im Flieder deine Heimat angebaut; fröhlich wohnst du über Gräbern – Vöglein, hat dir nicht gegraut ? Mücken tanzen, Käfer schwirren, Bienen summen um dein Haus, und du singst ins frische Leben, in die neue Welt hinaus. Nur die Menschen bleiben traurig an des Friedhofs Mauer stehn, wollen droben nicht den […]

Naturgedichte | 1827


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