Bibliothekar in Corvey

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Staat der Imprudenz und Impotenz

29.3.1862, Schloß Corvey, an Rat Schmidt in Schloß Rauden

Gegen den äußeren Feind

Den ersten Abend, als wir bei Professor Henke eingeladen waren, brachte mir die Arminia ein Ständchen, wie ich noch keins der Art erlebt hatte. An einem langen Tische mitten auf der Straße saßen ganz gemütlich die Musikanten und spielten eine Symphonie, und die Studenten, die mit ihren roten Mützen im halbkreise herumstanden, sngen: "Deutschland, Deutschland über alles" und "Deutsche Worte hör ich wieder" und brachten mir ein Hoch aus. (Briefe, S. 297) 24.5.1863, Schloß Corvey, an Karl Gräf in Weimar In diesem Jahr, während des preußisch – dänischen Krieges veränderte Hoffmann den Text eines alten Gedichtes, das 1850, als es…

Glauben an ein einiges, freies Deutschland

Wie es Ihnen mit Ihren schleswig-holsteinischen Liedern ergangen ist, so geht es mir mit den meinigen nicht viel besser. Was will das heißen, daß einige tausend Exemplare unter 40 Millionen Deutsche geschleudert sind ? Nirgend eine freudige Begeisterung. Jetzt, wo man singen sollte, sich zu beleben, sich frisch zu erhalten und in der Hoffnung eines guten Erfolgs zu stärken, jetzt schweigt man, und die nüchterne Prosa macht sich geltend. Allerdings sind die jüngsten Ereignisse niederschlagend und erbitternd, aber darum soll niemand, der es mit dem Vaterlande gut meint, den Mut verlieren, sondern frei und unerschütterlich auch in bösen Tagen für…

Nicht mehr im Reich der Träume

Hoffmann strickt an seiner Legende, und er sieht voraus, was da kommt. Die Stimmung im Lande, nach dem Krieg Preußens gegen Dänemark ändert sich, und jetzt will er die deutsche Einheit – um jeden Preis! Und wer nicht für ihn ist, der ist gegen ihn. So schreibt er am 13. 12 1864 in seinem "Deutschen Weihnachtslied": Mein Vaterland, du weilst nicht mehr / im Reich der Träume still und fern: / Der Morgen tagt, schon leuchtet hehr / und freudig deines Glückes Stern. Keine Macht der Welt kann den Einheitsdrang jetzt hemmen, jubelt unser Dichter, denn jetzt streitet auch der…

Spott zum Lohn

Bald darauf, im Juni 1867, spottet er über die adlige Herrschaft des Landes Hannover, die als die Verbündeten der Österreicher jetzt dem Preußischen Reiche einverleibt wurden: "Wir des Welfenreiches Götter sind gestürzt von unserem Thron, und ein Spielball aller Spötter ernten wir nur Spott zum Lohn."