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| Oper und Kirchenlieder (Januar 1852)1852-01Das neue Jahr (1852) begann ich mit dem festen Entschlusse, eine neue Ausgabe meiner " Geschichte des deutschen Kirchenliedes bis auf Luthers Zeit " zu veranstalten. Bei den vielen Nachträgen, die ich selbst gesammelt hatte oder der Güte meiner Fachgenossen verdankte, hielt ich die Arbeit nicht für so schwierig. Bald aber stellte sich heraus, daß sie es war: eine völlige Umarbeitung schien mir nothwendig, und dazu war viel Zeit und Mühe erforderlich, so wie eine längere Benutzung einer großen Bibliothek. Trotzdem arbeitete ich ruhig weiter und dachte: kommt Zeit, kommt Rath. | |
| Schumann und Reise nach Göttingen (Februar 1852)1852-02-06Während meiner Arbeit am Kirchenliede überzeugte ich mich täglich immer mehr von der Nothwendigkeit einer Reise nach Göttingen, und so entschloß ich mich denn bei dem ersten guten Tage dahin abzureisen. Das Wetter war wochenlang sehr schlecht, fortwährend Wind und Regen. Als nun der erste ruhige heitere Tag kam, trat ich meine Reise an. Den 6. Februar war ich bereits in Düsseldorf . | | | Reise nach Bothfeld und Verhandlungen mit Rümpler (März 1852)1852-03-01Auf der Reise von Göttingen nach Bothfeld bei Hannover.
Der Morgen war kalt, die Reisegesellschaft schweigsam. In Alfeld stieg ein Schulinspector ein. Wir unterhielten uns bald sehr lebhaft. Er hätte gerne gewußt, wer und was ich wäre. Ich gab mich nicht zu erkennen. Mich ergötzte sehr, daß er so bald nicht dahinter kam. "Man weiß nicht recht, wohin man Sie bringen soll: bald scheinen Sie ein Landwirth, dann wieder ein Kaufmann zu sein, dann erzählen Sie so von der Göttinger Bibliothek, daß man Sie für einen Gelehrten halten muß etc." Endlich hatte er das Räthsel gerathen. | | | Geburtstag in Neuwied, eine Oper und ein Namensbuch (April 1852)1852-04-06Am 6. April war ich wieder in Neuwied. Auf den ersten Ostertag (11. April) fiel Idas Geburtstag. Wir feierten ein Doppelfest (Hoffmanns Geburtstag ist der 2. April). Ida, von uns und ihren neuen Freundinnen beglückwünscht und beschenkt, war sehr erfreut und gerührt. Zu den mancherlei Geschenken, womit ich sie überrascht hatte, fügte ich noch ein Gedicht: " Neuer Frühling neues Leben " Zu den Freuden des Tags kam für mich noch eine unerwartete.
Noch ehe sich unsere Abendgesellschaft einfand, hatte ich die Grundzüge entworfen zu einer neuen Oper. Ich hatte diesmal meinen Stoff nicht aus der Gegenwart, sondern aus der Vergangenheit genommen und zwar nach einem alten Liede: Der Graf von Rom oder Der Graf im Pfluge . und letztere Ueberschrift für meine Oper gewählt. In den nächsten Tagen ging ich an die Ausführung und am 17. April war meine Oper vollendet. | | | Hoffmann wird Vater - schwere Krankheit (Mai und Juni 1852)1852-05Unterdessen war es Frühling geworden und das anmuthige Wetter lockte uns hinaus, wir lustwandelten viel im Freien. Trotzdem verließen mich meine rheumatischen Schmerzen nicht, ich war sehr leidend und mitunter so verstimmt, daß ich zum Arbeiten völlig unfähig war. Dazu kam nun noch ein stiller Kummer, den ich nicht auszusprechen wagte. Ida erwartete täglich ihre Niederkunft. Der Tag der Entbindung (30. Mai) kam. | |