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| Oskar Schade und Weimar (Januar 1854)1854-01-01Mit wenig Hoffnung, aber viel Muth und Arbeit trat ich das neue Jahr (1854) an. In den nächsten Tagen hatte ich die zweite Hälfte meiner Geschichte des Kirchenliedes vollendet. Am 11. Januar brachte ich mein Manuskript zur Post, ging dann an den Rhein und wartete so lange bis der Postbote glücklich am drübigen Ufer angelangt war; im Rhein trieb noch immer viel Eis und die Ueberfahrt war sehr erschwert. | |
| Brief an Rudolf Müller in Holdorf (Februar 1854)1854-02-04"Ein deutscher Fürst ist hochherzig genug gewesen, mir den Aufenthalt in seinem Lande zu gestatten und zugleich eine Aussicht auf Erwerb zu eröffnen, daß ich, wenn ich auch mein preußisches Wartegeld verliere, doch noch mehr habe als jetzt.(...)Vorläufig bitte ich Dich, niemandem etwas davon zu sagen. Du weißt, in welcher Zeit wir leben und wie viele Hände beschäftigt sind, einem anderen alles zu verderben.(...) Mein Reisen, so notwendig es war, wurde verdächtigt wie mein Briefwechsel, obschon letzterer sich nur auf rein literarische Dinge bezog pp. Doch genug hiervon ! Ich will froh sein, wenn ich endlich einmal frei atmen und ungestört schaffen kann." | | | Vom Rhein nach Weimar (Februar - März 1854)1854-02-08Am 8. Februar kehrte ich zurück in den Frieden meiner Häuslichkeit und zu meinen stillen erfreulichen Arbeiten. Gleich nach meiner Ankunft kündigte ich meine Wohnung. Wir waren dadurch der Nothwendigkeit, uns nach einem andern Wohnorte umzusehen, näher gerückt. Jetzt wurde aber die Ungewißheit, worein wir versetzt waren, von Tage zu Tage peinigender. Von Weimar kam weiter keine Nachricht als die Anzeige des Herrn von Schober vom 15. Februar, daß der Großherzog die Widmung meines Buches ›mit Vergnügen genehmige.‹ Da verschloß ich mich nach Bonn zu gehen, um Schaden zu bestimmen mit mir zusammen nach Weimar zu reisen und so eine Entscheidung herbeizuführen. Schade war bereit, nach einigen Tagen aber sagte er mir ab. | | | Probleme mit Schade (März - April 1854)1854-03-16Den 16. März kam Schade. Wir einigten uns über alles auf unsere Zeitschrift Bezügliche, auch über den Inhalt des ersten Heftes und über einen Verlagsvertrag, den ich dann Herrn Rümpler mittheilte. Schon nach einigen Tagen erfolgte eine zustimmende Antwort. Die Zeitschrift sollte jedes Jahr in vier Heften oder zwei Bänden erscheinen unter dem Titel: " Weimarisches Jahrbuch für deutsche Sprache, Litteratur und Kunst. " | | | Abschied aus Neuwied (April 1854)1854-04-15Den Tag vor Ostern (15. April) ward mir eine große Festfreude: ich erhielt die letzten Correcturbogen meiner beiden letzten Neuwieder Bücher, die noch vor Ende dieses Monats erschienen, Pars X der Horae Belgicae , auch unter dem Titel: " Niederländische geistliche Lieder des XV. Jahrhunderts. Aus gleichzeitigen Handschriften herausgegeben von Hoffmann von Fallersleben. " (Hannover. Carl Rümpler . 1854. 8°. 256 SS.) – ferner: " Geschichte des deutschen Kirchenliedes bis auf Luthers Zeit " . Von Hoffmann von Fallersleben.‹ (Zweite Ausgabe. Hannover. Carl Rümpler. 1854. 8°. XI. 540 SS.)42 Hiemit schloß meine litterarische Thätigkeit in [75] Neuwied. | |