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| Arbeit schändet nicht (Januar 1850)1850-01-01Am Neujahrstage besuchte uns Freiherr von Reden. Seine gerade Haltung und der Ernst und die Ruhe in seinem Gesichte erinnerten mich mehr noch an einen Landsmann echt kalenbergischen Schlages als an einen Edelmann im Staatsdienste. Wir unterhielten uns über die Zeitereignisse und kamen dann auf das statistische Gebiet, womit er sich seit Jahren wissenschaftlich beschäftigt. Seine Mittheilungen über die Staatsschulden und die Kosten der stehenden Heere waren für mich sehr lehrreich. | |
| Selbstverlag mit Vertrieb (Januar 1850)1850-01-10In den ersten Tagen des Januars war mein neuestes Buch fertig. Anfangs hatte ich ihm den Titel gegeben: ›Die lustige Gartengesellschaft‹, dann ›Der Nationalclub‹, und endlich " Das Parlament zu Schnappel " Ich wollte auch einmal Selbstverleger sein und die von Schriftstellern so sehr beneideten und so glänzend geschilderten Erfolge eines Verlags kennen lernen. | | | Ausflüge am Rhein (Frühling 1850)1850-02-01Der Winter dauerte recht lange und schien uns hier fast noch schlimmer als in unserer Heimat: wir hatten Frost, Schnee, Sturm, endlich Tauwetter, Eisgang, Ueberschwemmung und Nachtfröste. In unserer großen dünnen Wohnung, die mit Türen und Fenstern nur zu reichlich ausgestattet war, fühlten wir das Ungemach des Winters nur zu sehr und zu lange, so daß unser Humor oft nur unter Null stand. | | | Verkauf der Bibliothek (März 1850)1850-03-01Die Aussichten für den Verkauf meiner Bibliothek waren seit Bettinas Bemühungen nicht besser geworden, meine jetzige Lage aber forderte dringender wie damals dies theuere Besitzthum nutzbar zu machen. Den 1. März wendete ich mich an den Minister von Ladenberg mit der Bitte, den Ankauf meiner Bibliothek zu bewerkstelligen, für die Handschriften begehrte ich 1500 Rb., und die der Berliner Bibliothek fehlenden Werke wollte ich zu Preisen ablassen, [32] die ihrem Werthe und ihrer Seltenheit entsprächen. Zu Anfange Mais antwortete der Minister, der Herr Oberbibliothekar Pertz würde mit mir unterhandeln. Am 20. Mai traf dann von diesem ein Brief ein: er bot mir 1000 Rb. für die Handschriften und die niederländischen Bücher. | | | Brief an Rudolf Müller in Holdorf (April 1850)1850-04-28Die rote Fahne wird über ganz Europa wehen! "Brüder verzaget nicht." 5 Ggr. Ein Müller wird gesucht, der die Bereitung des Maitranks gründlich versteht.
(alles aus aufgeklebten Zeitungsausschnitten zusammen gestellt)
"Also Brüder nicht verzagt ! 5 Ggr ! Ich habe von dem großen Putsch des Jahres 48 nie die Erfüllung unserer Hoffnungen erwartet. Es ist der Anfang des Kampfes, der für uns und ganz Europa durchgekämpft werden muß. Traurig wäre es, wenn wir jetzt schon die Waffen wegwerfen wollten, jetzt, wo wir eben erst zum Widerstande erwacht sind und unsere Einsicht und unser Selbstbewußtsein wächst und reift. Im Gegenteil, wir müssen mit den Waffen, die uns nicht genommen werden können, kämpfen, bis der Kampf entschieden ist. | |