Bei Meusebachs in Berlin hatte Hoffmann den Geheimen Rat Wilhelm Schulz kennen gelernt, der von der freien Stelle an der Universität in Breslau (so weit reichte das preußische Staatsgebiet) gehört hatte. Meusebach hatte vergeblich versucht ihm eine bessere Anstellung zu besorgen, Hoffmann brauchte aber eine feste Gehaltsquelle und so erhielt er am 4. März 1923 den Bescheid, daß er bei der Bibliothek in Breslau als Custos für ein Jahr auf Probe angestellt würde. Mit Reisegeld und erstem Gehalt machte er sich auf den Weg
Ich lebe heute nach langer lieber Zeit zum ersten Male wieder auf für die frischen Natur- und Jugendtöne des Volksliedes; die Winternebel werden zu Goldwolken, und es schneiet mir Rosen und Lilien aufs Papier. Morgen, morgen können Sie lächeln und spötteln, wenn ich dem großen literarischen Karren ziehe und den Roßtäuscher die Straße ebene. Bittere Prosa ist das Labsal meiner freien Stunden, und die Poesie nagt wie ein heimlicher Schaden an meinem Herzen.
Hoffmann von Fallersleben - Verfasser des Deutschlandliedes, seit 1922 die deutschen Nationalhymne. Autor von Kinderliedern, revolutionären Gedichten im Vormärz, Sprachforscher und Bibliothekar.
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