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Nach einem kurzen Aufenthalt in Berlin traf ich am 2. Juli in Fallersleben ein, hocherfreut daß ich endlich unangefochten meine Heimat und mein Geburtshaus wieder betreten durfte. Als ich eben angekommen war, führte man mich in eine Volksversammlung. Ich war nicht wenig erstaunt über die völlig verwandelten ehrsamen Spießbürger. Wenn sie sonst zusammen kamen und sich über das Wetter und ihre Tagesbeschäftigungen ausgesprochen hatten, setzten sie sich an den Spieltisch und ihre ganze Unterhaltung drehte sich um's Spiel, und wenn das letzte Spiel gemacht, die Pfeife ausgeraucht und das Glas ausgetrunken war, ging jeder sehr befriedigt nach Haus. Jetzt hatte sich eine lebendige Theilnahme an den öffentlichen Angelegenheiten aller Gemüther bemächtigt, man kam zusammen, las Zeitungen und besprach sich über die Tagesfragen und Neuigkeiten, es war eine Bürgerwehr und ein politischer Club entstanden, und der bisherige Gesangverein zu frischem Leben erwacht.
Hannover, 15. Juli 1848
Am 15. Juli ging ich über Braunschweig nach Hannover. Um 10. Uhr brachten mir die Turner mit Fahne und Fackeln ein Ständchen, begleitet von einer großen Volksmenge. Ich freute mich sehr: es war eine öffentliche Antwort des Volkes auf die geheimen Umtriebe der hannoverschen Regierung gegen mich, aber freilich kein Schutzmittel gegen spätere Unbill. Ich dankte mit einem zeitgemäßen Spruche. Ich sprach sehr laut und deutlich, jedes Wort hallte wieder auf dem weiten Platze. Die Ruhe und Stille der vielen Hörer war so groß, daß ich selbst feierlich gestimmt und innig bewegt wurde. – Ich war dann auf einige Tage bei meinen Verwandten in Bothfeld, hierauf in Braunschweig, endlich abermals in Fallersleben.
Den nächsten Sonntag (30. Juli) ging ich in die Kirche. Der Pastor nahm in seiner Predigt Bezug auf die Zeitverhältnisse und schloß mit einem alle Herzen sehr ergreifenden Gebete. Als ich heim kam, hatte sich eben die Bürgerwehr vor unserm Hause aufgestellt und begrüßte mich mit einem Hoch. Es war ihr Dank für das Wehrmannslied , das ich für sie gedichtet und gedruckt ihr verehrt hatte. Trotz dem vielen Erfreulichen, was ich erlebte, wurde die Erinnerung an meine Ausweisung immer wieder wach, die fünf Jahre der Verbannung aus meiner Heimat konnte ich noch immer nicht vergessen. in: Mein Leben - Hier hat Hoffmann keine Probleme mit gegebenen Ständchen und Hochs, warum auch ? - viel mehr redet er selbst zu den Menschen , wie in Hannover .
In diesen Tagen entstand das Gedicht: So mußt ich flieh aus meiner Heimat
Da scholl ein Glöcklein aus der Ferne: Wach auf, mein Volk, im Freiheitsglück ! Und donnernd stürzte die Lawine der Tyrannei ins Nichts zurück. |