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31. October bis 27. November in Berlin. Auf der Bibliothek bin ich häufig und sehe die Liedersammlungen durch, außerdem vollende ich zu Hause das Verzeichniß der Compositionen meiner Lieder, welches in der ›musikalischen Zeitung‹ erscheinen soll.
9. November. Große Aufregung in der Stadt. Die National-Versammlung, vom König aufgelöst, tagt weiter. Um 12 Nachts besuche ich in Begleitung einiger Abgeordneten den Saal der National-Versammlung und setze mich auf den Präsidentenstuhl. Ringsum Alles still und leer. Sic transit gloria mundi. 10. November. Ich gehe erst nach 11. Uhr aus, als eben die Bürgerwehr zusammen getrommelt wird. Bald darauf ist von ihr das Schauspielhaus ringsum besetzt. Auf die Kunde: ›die Soldaten kommen!‹, eile ich unter die Linden und sehe dann vom Opernplatze aus mir den Einmarsch der Truppen an. Darauf eile ich nach dem Gendarmenmarkt und finde einen Platz unter der Bürgerwehr oben auf der Treppe des Schauspielhauses. Drinnen tagt die National-Versammlung, draußen haben sich neben der Bürgerwehr Soldaten aufgestellt. Ein seltsames Schauspiel! Es finden Verhandlungen statt zwischen Wrangel und Rimpler , dem Bürgerwehr-Commandanten. Ich bleibe bis nach Sonnenuntergang, besuche die National-Zeitung und als ich von da zurückkehre, ist auf dem Gendarmenmarkte keine Bürgerwehr und kein Wrangel mehr.
18. November. Um 10 Uhr Morgens zur Civil-Pensions-Casse in der Hausvogtei. Aus dem Finanzministerium ist noch kein Anweisungs-Rescript eingelaufen. Ich gehe ins Finanzministerium, Soldaten wehren mir den Eingang. Nachdem ich nachgewiesen, was ich will, darf ich eintreten. Nach langem Warten wird mir die Anweisung zugestellt. Ich kehre zur Casse zurück. Man macht mir viele Schwierigkeiten, ich soll z.B. nachweisen, daß ich seit dem 20 März in Preußen gewohnt habe und dergleichen. Nach stundenlangem Hin- und Hergeschicke und Fragen werden mir endlich die 250 Thlr. ausgezahlt.
Es war mir jetzt unheimlich geworden: überall wo man ging, wohin man kam, Soldaten, Constabler und Gendarmen, überall Unmuth, Niedergeschlagenheit, Furcht und Angst. Ich sah mir noch einige Tage die Sache an und reiste ab, zunächst nach Köthen . |