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1847 - Ruhe vor dem Sturm

Biographie 1840 bis 1849 - Der Revoluzzer
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Hoffmann bleibt noch bis zum 23. Februar in Geisenheim, bis zur Abreise Gustavs nach Amerika. Er nutzt die Zeit für ein paar Ausflüge, ansonsten sitzt er bei dem kalten Winter zu Hause und schreibt sich seine Wut vom Leibe: Schwefeläther heißt die nächste Sammlung politischer Gedichte. Interessanterweise "vergißt" er, sie in "Mein Leben" zu erwähnen:

Schwefeläther, Freisingen, bei Michel und Sohn, 1857. In Bezug auf Druckort und -jahr sowie Verlag, die fingiert sind, schreibt Hoffmann an J. M. Wagner: "Daß ich den Schwefeläther in "Mein Leben" vergessen habe, wundert mich sehr. Da ich mit Zensur nirgend politische Lieder damals drucken konnte, so versuchte ich es ohne Zensur. Mein Freund Hoff (in Mannheim) scheute den Teufel nicht, noch weniger die Polizei. Damit die Sache doch nicht so leicht ausgekundschaftet würde und auch noch später den Reiz der Neuheit behielte, hatten wir 1847 in 1857 verwandelt. Wer hätte denken können, daß die Lieder noch nach zehn Jahren ihre Geltung behaupten würden!" Die Sammlung enthält 27 Lieder.

Einige Tage bleibt Hoffmann in Mannheim "im engsten Verkehre mit den badischen Volksfreunden." Dann reist er mit Itzstein nach Heidelberg und verliebt sich dort in die 22jährige Tochter des Hofrats Kapp, bis 1844 Professor der Philosophie und später Mitglied der liberalen Partei in der zweiten badischen Kammer, aber auch diese Liebe wird nicht erwidert.
10. März, Stuttgart: "Gustav Schwab, jetzt Oberkonsistorialrat, wohnt unglaublich hoch. Er kennt mich kaum wieder und kann sich nicht genug wundern über Freiligraths "Ca ira - das sind Gedichte, die wird selbst ein Hoffmann von Fallersleben nicht billigen." H. läßt dies unwidersprochen Zwei Tage später in Tübingen bei 14 Grad minus, ein weiterer vergeblicher Versuch, seine Bibliothek zu verkaufen. Von Nathusius erfährt er, daß Bettina von Arnim sich in Berlin der Sache annimmt. Er trifft den Komponisten Friedrich Silcher, "sehr erfreulich." Essen mit Ludwig Uhland , wieder ein Ständchen der Studenten: "Wenn heut ein Geist herniederstiege"

13. März, zurück in Stuttgart. Es wird über Dingelstedt hergezogen, Hoffmann hat zwei Spottgedichte über den "Seligen kosmopolitischen Nachtwächter" verfaßt, er will sie drucken lassen, da sie großen Anklang finden, aber die Zensur schreitet ein. So werden sie illegal auf schlechtem Papier gedruckt. Man nimmt Dingelstedt allgemein übel, daß er jetzt bei Hofe ist. 22.März, Abreise nach Heidelberg, herzlicher Abschied von den Stuttgartern, zwei Monate, bis Mitte Mai ist er zu Gast bei Welcker, er wohnt mit einer wunderschönen Aussicht und genießt die Gastfreundschaft. Zudem macht ihn Welcker mit vielen seiner Freunde und Kollegen bekannt. Unterbrochen wird die Idylle durch einen Besuch bei Karl Dresel in Geisenheim, der sein Geschäft aufgeben und sein Haus aufgeben mußte. Damit war auch dieses Nest für Hoffmann verschlossen. Umso mehr wird er das Leben in Heidelberg genossen haben. "Der tägliche Verkehr mit Welcker und seinen Freunden gab mir immer Anlaß und Anregung zu politischer Beteiligung, und während andere durch Gespräche und Reden für Entscheidung irgendeiner Tagesfrage im liberalen Sinne zu wirken suchten, mußte ich durch Trinksprüche und Lieder die Stimmung beleben. Und so war Hoffmann ein früher Liedermacher, immer unterwegs, ein Politbarde des 19. Jahrhunderts. "Niemand kann singen wie Du, sagte ihm Itzstein, mit dieser Kraft, mit dieser Mimik und diesem Akzent." Welcker forderte ihn auf, sein politisches Leben für das Staatslexikon aufzuschreiben, was er auch tat.

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Hoffmann von Fallersleben - Verfasser des Deutschlandliedes, seit 1922 die deutschen Nationalhymne. Autor von Kinderliedern, revolutionären Gedichten im Vormärz, Sprachforscher und Bibliothekar.

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