Büßen mußt du deutsche Presse

Die deutsche Presse

Politische Gedichte | | 1841

Büßen mußt du, deutsche Presse,
mit Gefängnis und mit Geld,
bringst du etwas von Interesse,
was den Fremden nicht gefällt.

Frankreich pfuscht in deine Sachen,
Frankreich hält bei uns Gericht,
Frankreich kann es heute machen,
daß kein Deutscher Deutsch mehr spricht.

Rußland, dieser Geisterzwinger,
Rußland steht von fern und droht,
Rußland hebt den kleinen Finger:
Deutsche Press´, es ist dein Tod.

China wird nun auch erwachen,
sehn, was man in Deutschland schreibt,
und bei allem Einspruch machen,
was dir jetzt noch übrig bleibt.

Deutsche Presse, arme Presse,
kauf dich bald in Gotha ein,
daß zu deiner Totenmesse
uns noch wird ein Prämienschein!

geschrieben am 19. Juli 1841,
Melodie: Wann, o Schicksal, wird doch endlich meiner Seele Wunsch gewährt

Wie das Gedicht zeigt, ging es bei der deutschen Einheit immer auch um Schutz nach außen, der “deutsche Bund” war weder Willens noch Wollens , die Pressefreiheit zu schützen. Es gab durchaus Konflikte mit fremden Mächten, worauf dann die Fürsten ihre Zeitungen zum Schweigen anhielten. Das wird so ähnlich gewesen sein wie heute, wenn z.B.  die U.S.A. ihre Interessen deutlich machen.
Typisch für Hoffmann, daß er keine wirtschaftlichen Ursachen erkennt sondern lediglich nationale..