Dem Verdienste seine Kronen (Der Hausorden)

Allgemein | | 1841

Ach, gar zu bescheiden sind doch ihre Freuden
und kaum von Leiden zu unterscheiden.
(Tieck im Zerbino)
Dem Verdienste seine Kronen!
Also denket mancher Mann,
und er will sich selbst belohnen,
und kein anderer denkt daran.
Und wie große Potentaten
heckt er einen Orden aus
zur Belohnung seiner Taten
nur für sich und für sein Haus.
Und er teilet dann in Klassen
diesen Orden seiner Wahl,
und er will damit umfassen
der Verdienste große Zahl.
Ehekreuz, das ist die erste,
Hauskreuz muß die zweite sein,
und dann kommt die schönst‘ und hehrste,
Totenkreuz noch hinterdrein.
Seit die Orden sind geworden
jedem Stand ein Liebespfand,
nun, so hascht man auch nach Orden
in dem Heil‘gen Ehestand.
Wenn dich drum der Staat nicht ehrt
werde gleich ein Ehemann,
und dir wird ein Kreuz beschert,
daß du denkst zeitlebens dran.
12. Januar 1841
Melodie: Kleine Blumen kleine Blätter