Goethescher Farbenwechsel

Politische Gedichte | | 1841

Der Goethe war fürs Vaterland
und deutsche Freiheit einst entbrannt:
Er schrieb den Egmont, Götz und Faust,
daß manchen Fürsten jetzt noch graust.

Doch Herr von Goethe ward er bald,
für Vaterland und Freiheit kalt;
Ei, wie es wunderlich doch geht!
Der Goethe ward ein Hofpoet.

Der Goethe lobte Hutten sehr,
bewies ihm eine große Ehr´,
und meint´, es stünd um Deutschland fein,
wenn jeder wollt´ ein Hutten sein.

Doch Herr von Goethe sah nicht an
den weiland hochgepriesenen Mann;
Ei, wie es wunderlich doch geht!
Der Hutten war kein Hofpoet.

15. Dezember 1841 – Melodie: Der Papst lebt herrlich in der Welt

Hoffmann merkt dazu an: Im Jahre 1776 schrieb der Dichter des Götz und Egmont das „Denkmal Ulrich von Huttens“ und im selben Jahre trat er in Herzoglich Weimarische Dienste und 1782 ward er Herr von. Das Denkmal Huttens steht nur in der Himburgischen Ausgabe von G.s Schriften.