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Sie sollen ihn nicht haben den freien deutschen Rhein, ob sie wie gierige Raben sich heiser danach schrein So lang er ruhig wallend sein grünes Kleid noch trägt so lang ein Ruder schallend In seine Woge schlägt
Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein, so lang sich Herzen laben an seinem Feuerwein
So lang in seinem Strome noch fest die Felsen stehn, so lang sich hohe Dome in seinem Spiegel sehn
Sie sollen ihn nicht haben Den freien deutschen Rhein So lang dort kühne Knaben Um schlanke Dirnen freien
So lang die Flossen hebet Ein Fisch auf seinem Grund So lang ein Lied noch lebet In seiner Sänger Mund
Sie sollen ihn nicht haben Den freien deutschen Rhein Bis seine Flut begraben Des letzten Manns Gebein Ende Juli / Anfang August 1840, also ein Jahr vor Hoffmanns "Lied der Deutschen" in der "Trierischen Zeitung" von Nikolaus Becker. Das Gedicht erschien wenig später auch im "Rheinischen Jahrbuch", mit herausgegeben von Karl Simrock und Freiligrath . Am 23. Dezember 1840 wurde in Frankfurt eine Spottversion auf Beckers Rheinlied gesungen. Das Lied soll häufig verspottet und parodiert worden sein.
In diesem Text tauchten schon einige der Gedanken aus dem "Lied der Deutschen" auf- Das "Lied, das noch lebet" entspricht dem "deutschen Sang" und aus den "schlanken Dirnen" werden bei Hoffmann "deutsche Frauen". Das Gedicht Beckers löste damals eine Vielzahl von Nachdichtungen aus. Einige hauen nur in die nationale Kerbe, andere verbinden Einheit mit Freiheit. |