|
Deutschland, Deutschland über dieses geht kein Land doch auf der Welt; und weh' jedem, der noch künftig frech sich in den Weg uns stellt. Unserer Rache Flammenfackel dann den Erdenrund erhellt, bis wir kurz und klein gehauen alles, alles in der Welt.
Deutsch allein ist wahre Sitte, deutsch nur wirkliche Kultur; alle anderen Nationen sind ja doch Barbaren nur. Englishman, Franzos' und Russe, Jingo - falsch und wetterwend'sch, gierig, grausam - mit dem Deutschen erst beginnt der wahre Mensch.
Doch wird Deutschland uns zu enge, wo es keinem mehr gefällt. Wozu hat man auch Soldaten, und wozu das viele Geld? Quatscht nicht von den alten Grenzen, Maas und Memel, Etsch und Belt: Uns gehört des Rechtes wegen, Längstens schon die ganze Welt.
Darum laßt uns Flotten bauen über alles in der Welt, Laßt uns stechen, laßt uns hauen, was uns in die Klauen fällt. Wenn nur der chines'sche Drache blutend erst am Boden liegt, Dann wird England, Rußland, Frankreich und die neue Welt bekriegt.
Wenn erst vom Chinesenkuchen wir das beste Stück errafft, wird sogleich der deutsche Krieger nach Amerika geschafft. Und noch binnen vierzehn Tagen stecken wir Columbia ein - Ja - denn Deutschland muß noch ville, ville, ville größer sein.
Deutsches Recht und deutsche Freiheit, ach, was schert uns solcher Tand; drüber lachen wir, die neuen Deutschen mit der Eisenhand. Nein, im Glanze der Kanonen blühe künftig nur die Welt, bis All - Deutschland mächtig krachend einst in Schutt und Trümmer fällt.
aus: Der Wahre Jacob, 9. Oktober 1900 |