Die Trommel schlagt (Schwabenkrieg)

Politische Gedichte | | 1836

Die Trommel schlagt, zum Krieg hinaus
mit Spießen, Degen, Flinten !
Fürwahr, es ist ein harter Strauß !
Wir ziehen hinaus mit Mann und Maus,
und keiner bleibt dahinten

Und als die wilde Schlacht begann,
da sollten wir uns schlagen.
Da sprach ich: Gebt mir meinen Mann –
was geht mich euer Krieg denn an ? –
will mich mit ihm vertragen

Der Rat war überraschend neu
den Tapferen wie den Feigen.
Ein jeder sprach: Bei meiner Treu !
Ich bin kein Tiger, bin kein Leu,
ich will mich menschlich zeigen

Und so dachte bald auch der Feind
er ließ die Fahnen senken:
Wir wollen brüderlich vereint,
so lang‘ uns noch die Sonne scheint,
an etwas Besseres denken

Da zechten wir auf den Vertrag,
und sangen Friedenslieder;
und als vorbei war das Gelag,
sprach jeder: ach, wann kommt der Tag,
wann schlagen wir uns wieder

Nach Gerstenberg ist das Gedicht eine Satire auf Breslauer Zustände und am 20. Mai 1836 auf dem Breslauer Dürerfest gesungen, um gewisse Reibungen in den dortigen Künstlerkreisen zu schildern. 1836