Die Unpolitischen Lieder

1840 – Unpolitische Lieder I

In den kommenden Jahren wird Hoffmann neben Georg Herwegh zur meistgehörten Dichterstimme im Land, Seine "Unpolischen Lieder" und Herweghs "Gedichte eines Lebendingen, die 1840 beide erscheinen, erreichen eine für die damalige Zeit sehr hohe Auflage von jeweils etwa 15.000 - 20.000 Exemplaren. (Normalerweise lag die damalige Auflage von Lyrikbänden, genauso wie heute, bei etwa 1000 Exemplaren) Die einfache Form der Gedichte, denen Hoffmann von Fallersleben meist eine bekannte Melodie hinzufügt, sorgen für eine rasche Verbreitung von Mund zu Mund, so daß sich über die tatsächliche Verbreitung nur spekulieren läßt. Die Reaktion der Staatsorgane zeigt aber, daß man dort die Gefahr…

Brief von Julius Campe , Hoffmanns Verleger

...Dichter fordern zuweilen für ihre Erzeugnisse Preise, die ins Blaue gehen; - wir wußten nicht, welche Ansichten Sie in dieser Sache hegen, daher unser Vorschlag. Wenn Sie uns Ihre Forderungen jetzt nennen und dabei zugleich für die zweite und folgende Auflage Ihre Konditionen bemerken wollen, so ist es uns lieb, wenn dann, welches Schicksal das Werk auch bestehen möge, der merkantilische Teil geregelt ist und wir ungeniert damit verfahren können... Fortsetzung ! - Der beiliegende Brief war bereits im voraus geschrieben fertig liegend, als der Drucker kam und klagte: "Der Zensor fühle sich nicht ermäßigt, das Impr. zu erteilen." -…

Knüppel aus dem Sack

Die Osterfeiertage 1840 verbringt Hoffmann im Gebirge bei einem Freund, dichtet auch dort fleißig weiter und schreibt dann am 20. Mai 1840, wieder zurück in Breslau, an Campe: "...Ich gehöre nicht zu den Dichtern " die für ihre Erzeugnisse Preise fordern, die ins Blaue gehen." Meine Poesie ist leider nur zu oft ins Graue gegangen... Meine Freunde sind meinetwegen einigermaßen besorgt. Ich aber bin frohen Mutes..." Hoffmann ist so frohen Mutes, daß er den Ton gleich verschärft und noch ein neues Gedicht hinzu fügt: Im Mailied schreibt er: " Jagt die reichen Hungerleider / und die Hasser und die Neider…

Grosser Erfolg der Unpolitischen Lieder

Im August reist Hoffmann nach Helgoland. Über Leipzig und Magdeburg gelangt er am 17. August nach Hamburg, wo er sich in die Deichstraße zu Campe begibt. Hoffmann hält ihn für einen gerissenen Geschäftsmann, der "sein Publikum, seine Zeit und seinen Vorteil sehr genau kennt." Nur noch 12 Exemplare der Unpolitischen Lieder sind vorhanden, 1250 sind gedruckt worden. Campe zeigt ihm die Versandlisten und zeigt sich erfreut über den Erfolg. Am nächsten Tag treffen sie sich wieder, und Hoffmann erhält 100 Taler Honorar, bei der zweiten Auflage soll er mehr bekommen. Am 19. August geht das Dampfschiff nach Helgoland. Hoffmann ist…

Der zweite Teil der Unpolitischen Lieder

Gleich zu Jahresbeginn erhält Hoffmann einen Brief von Campe: "Für den zweiten Teil der U.L. sammeln Sie nur lustig zu. Die Zeit ist nicht poetisch, - sie gähnt wie ein vollgefressener Gourmand - der nur noch nach Pikantem greift - Hausmannskost reizt ihn nicht mehr; von allem ist genug da. Wenn der Lümmel gestachelt wird, dann erst regt er sich und wird wieder mobil." Und Hoffmann liefert pikantes, der zweite Teil der U.L. gerät um einiges schärfer, noch Jahre nach seinem Tode werden sie in Büchereien nicht ausgeliehen. Ein Geheimagent Metternichs schrieb Anfang 1841 an die Zentrale in Mainz: "Erst…