Die Unpolitischen Lieder

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Mut und Hoffnung genug, aber kein Geld

"Mut und Hoffnung habe ich genug, aber kein Geld. Nachdem ich von meinen 116 Talern jährlichen Gehalts meine Schulden einigermaßen bestritten habe, bleibt mir noch 10 ggr. täglich zu verzehren, und davon soll man auch noch die Gesundheit seiner Majestät des Königs trinken ! Nun Gott besser' s !" So schreibt Hoffmann am 4.1.1841 aus Breslau an Gottlieb Friedländer in Berlin. Immer wieder läßt sich Hoffmann in seinen Gedichten über diejenigen aus, die sich mit Orden, Pöstchen oder Pensionen ruhig stellen oder sogar kaufen lassen. Auch der Ehestand ist ihm nur Spott und Hohn wert: Wenn dich drum der Staat…

Geburtstag bei den Gebrüdern Grimm

Am 25. März begibt Hoffmann sich in den Semesterferien auf die Reise nach Berlin, wo er unter anderem mehrmals die Brüder Grimm besucht. Jakob Grimm sagt ihm: "Ich habe mit großer Freude die U.L. gelesen, und sie mir gleich angeschafft, ich weiß, daß sie keine Gedichte verschenken. Meusebach wollte erst nicht anbeißen; nachher aber, als Sie ihm das Schillerfest geschickt hatten, bequemte er sich. Wenn der König darauf zu sprechen gekommen wäre, hätte ich sie ihm empfohlen." Immer wieder dieses Vertrauen in den König, wenn er nur wüßte. Hoffmann pflegt Kontakte, er besucht Theodor Mundt und am 31. März Bettina…

Ich bin ein Preuße

Ein kleiner Trost ist der Besuch einer Veranstaltung mit "vaterländischen Gesängen" unter der Leitung des königlichen Musikdirektors im Konzertsaal des königlichen Schauspielhauses, bei der auch drei "Husarenlieder" Hoffmanns gesungen werden. "Ich bin Husar gewesen, ein preußischer Husar." Rauschender Beifall, "Da Capo" - Rufe. Einige tage später schreibt Hoffmann das Gedicht: Eine Singstimme ( 15.April 1841 (Unpolitische Lieder, 2.Teil): "Ich bin ein Preuße," singt nur einer / die andern aber brummen drein. Das klingt wahrhaftig, als ob keiner / so recht ein Preuße wollte sein. O fände doch das Brummen Anhang / und ließ uns solch ein Singsang kühl, das wäre…

Deutschland erst in sich vereint

Wie überall im Lande versuchen sich die "Freisinnigen", wie Hoffmann es formuliert, zu nähern und zu einigen. ER selbst verfaßt ein Loblied auf Jacob Grimm. In Breslau treffen sich in der Weinhandlung Phillippi Friedrich von Sallet, der Maler Resch und andere. Doch findet Hoffmann für seinen Nationalismus wenig Zustimmung: "Sie sahen ihre Ideen nur verwirklicht in der ersten französischen Revolution und erwarteten nur von den Franzosen das heil der Welt. Mit wahrere Berserkerwut fuhren sie über mich her, weil ich mich entschieden dagegen aussprach. Eines Abends gingen sie so weit, daß ich erklären sollte, die französische Revolution sei ein entschiedener…

Helgoland 1841

Am 3. August reist Hoffmann nach Helgoland. Er fährt über Dresden, wo er erneut mit Robert Blum zusammentrifft. Einige Tage später in Hamburg besucht er den Diplomaten Karl Sieveking: "Er gehörte nicht zu den Hoffnungsseligen: "Was soll aus Deutschland werden ? Der König war unsere letzte Hoffnung. Nun, vielleicht wird noch alles gut. "Über die Fortsetzung meiner U.L. war er sehr erfreut und wünschte die baldige Erscheinung." Hoffmann sucht und findet Verbündete in bestimmten Kreisen. Vom 11. August bis zum 5. September ist er in Helgoland. Über die Überfahrt schreibt er: "An Bord waren mehrere Hannoveraner, lauter Oppositionspolitiker, und einige…