Die Unpolitischen Lieder

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Ein kläglicher Anfang

Gleich zu Beginn des Jahres, am 2. Januar, erhält Hoffmann eine erneute polizeiliche Vorladung. Er zieht sich bis auf den Kontakt zu wenigen Freunden zurück und arbeitet. Unterdessen starten die Breslauer Bürger einen halbherzigen Versuch, den entlassenen Professor mit 600 Talern im Jahr zu unterstützen, doch am Ende kommt nichts dabei heraus. "Weiter nichts, als ein kläglicher Anfang... "Die Angst war schließlich doch noch größer als der gute Wille, Gutes zu tun" schreibt Hoffmann später. Hoffmann kämpft mit seinen Mitteln, er arbeitet an einer Sammlung von Texten oppositioneller deutscher Schriftsteller, die später unter dem Titel "Politische Gedichte aus der deutschen…

Nur eine deutsche Sängerkehle (Frühling 1842)

Nur eine deutsche Sängerkehle, dort an der Oder lautem Strand, sie trauert mit getrübter Seele, durch strengen Urteilsspruch gebannt Gerichtet ward der Dichter, dessen Gerichtshof Herzen sollten sein, von Männern, die noch nie ermessen, daß Frühling, Frühling bricht herein ! - O Herr ! es drängt die Dichterblicke, daß sie in allem groß dich sehn, Es drängt das Herz, beim Mißgeschicke des Dichterbruders dich zu flehn. Die Rose der Verzeihung pflücke und wirf sie ins Gericht hinein, daß den Verbannten sie beglücke - und Frühling, Frühling bricht herein ! Im Feuilleton der Kölnischen Zeitung erschienen im März 1842: ein Gedicht…

Nirgend die Idee einer vernünftigen, zeitgemäßen Regierung

Am 26. März schließt Hoffmann seine Vorlesungen und begibt sich auf seine Semesterferienreise durch Sachsen und Thüringen. Am 29. März hält er in Görlitz einen Vortrag vor der Oberlausitzschen Gesellschaft der Wissenschaften über die literarischen Bemühungen für das deutsche Volkslied seit Nicolai. Abends ist er zu Gast bei einem Baron Stillfried, außerdem anwesend der Präsident von Seckendorf und Leopold Haupt. Hoffmann versteht sich bestens mit den beiden Edelleuten, selbst gegen seine Adelsgedichte haben sie nichts einzuwenden. Auch in Fragen des Schul- und Universitätswesens erzielt man schnell Einigkeit. "Um nun endlich noch meine vaterländische Gesinnung und das, was ich überhaupt will,…

Im Kreise froher kluger Zecher

Hoffmann reist weiter. An seinem Geburtstag, dem 2. April, ist er in Leipzig. Am 5. April 1842 gaben die Verleger Otto und Georg Wigand , die bis dahin Glasbrenner, Robert Prutz und den zu langer Festungshaft verurteilten Jacoby, veröffentlicht hatten, im Leipziger "Hotel de Pologne" ein Frühstück für den Dichter.. Anwesend war unter anderem Robert Blum. Die Hoffmann wohlgesinnten "Sächsischen Vaterlandsblätter" berichteten und schilderten Hoffmann als einen Mann mit hoher kräftiger Gestalt, die nicht geschaffen sei, um Nacken und Rücken zu beugen. Er habe sich durch kräftige, Freiheit atmende Gesänge im Herzen des Volkes Verehrung und Liebe erworben. Er habe…

Gespräch mit Rückert

Am 21. April reist er durch Rudolstadt und das Schwarzatal, weiter nach Koburg nach Neuses, wo er am 23. ankommt, er will Rückert besuchen. Dieser empfängt ihn und seinen Begleiter ernst, beinahe kalt. Es entwickelt sich ein Gespräch, welches Hoffmann in "Mein Leben" wiedergibt: Gespräch mit Rückert Ich: Was gibt's denn Neues in Berlin ? Das "Frankfurter Journal" meldet aus Preußen, daß Jacoby verurteilt ist, und daß ich entlassen sei. R.: Sie haben auch wohl nichts anderes erwartet. Ich: Ich freilich nicht, aber andere haben anderes erwartet, viele glauben noch gar nicht daran. R.: Sie haben es provoziert. Ich: Der…