Deutsche Gassenlieder

| 1843

Deutsche Gassenlieder, von Hoffmann von Fallersleben, Verlagsort: Zürich ; Winterthur | Erscheinungsjahr: 1843

Flora Germanica

Es grünt und blüht im Vaterlande zum Heil und Segen jedem Stande: Denn jedem Deutschen bringt fürwahr der Frühling eine Gabe dar Der Frühling kommt uns zu belohnen mit Köniskerzen, Kaiserkronen, mit Pfaffenhütlein, Rittersporn, .mit Bauernsenf und Edelkorn. Doch läßt…

Herr Pfarr noch Eines tut mich quälen

Herr Pfarr, noch Eines tut mich quälen und quälet mich in einem fort; doch nein – ich kann´s euch nicht erzählen zwar ist es nur ein einzig Wort. Ich ging in eine Schenke neulich, da hört ich – nein, ich…

Mein Geburtstag 1843

Fünf Jahre noch - ein halb Jahrhundert ist dann mit mir dahingerollt Ich staun‘ und frage mich verwundert hast du erreicht, was du gewollt ? Die Kinder spielten auf den Straßen vor fünfzig Jahren so wie jetzt Sie wurden Männer,…

Michelsode

Ihr habet Anno 13 den Michel gewecket und ihn aus dem bleiernen Schlaf geschrecket: Wache nur, bis den Feind du gejagt übern Rhein - Doch den Michel den schläfert ihr nie wieder ein! Ihr habt Anno 14 auf eueren Kongressen…

Nein und Ja

Verneinend ist und bleibt mein Streben zu allem Schlechten sag ich: nein ! Ich sag’s und sing’s mein ganzes Leben und sollt ich mich zu Tode schrein. Könnt ihr dereinst d e n Tag mir zeigen, wo Recht und Freiheit…

Trutznachtigall

O der alte böse Winter hat uns Eis und Schnee gebracht, Finstre Tage, lange Nächte und das Leben stumm gemacht. Doch der Frühling ist gekommen, jagt zum Teufel die Zensur, und die Vögel singen wieder frei im Wald und auf…




"Deutsche Gassenlieder" im Archiv:

Alles mit hoher obrigkeitlicher Erlaubnis

Wer hindert uns in unseren Zwecken und Entwürfen – Dideldum, dideldum, dideldum – und unseren Ideen Mit hoher obrigkeitlicher Erlaubis dürfen – Dideldum, dideldum, dideldum – wir immer vorwärts gehen Die Obrigkeit will, wie‘ s auch sei, ja ja, den Fortschritt nur zum Fortschritt treibt die Polizei und mahnet die Zensur. Wer wird in freier […]

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

August Heinrich, Sprachforscher und Dichter, geb. 2. April 1798 zu Fallersleben im Braunschweigischen, wonach er sich H. von Fallersleben nannte, besuchte 1816 die Universität Göttingen, um Theologie zu studieren, widmete sich aber, von Benecke angeregt, mit Vorliebe dem Studium der vaterländischen Litteratur, dem er auch in Bonn, wohin er sich 1819 wandte, treu blieb. Nachdem […]

Werke

Deutsche Lieder (1815) Bonner Burschenlieder (1819) Die Schöneberger Nachtigall (1822) Dies schlesische Nachtigall (1825) Allemannische Lieder (1826) Kirchhofslieder (1827) Jägerlieder (1828) Buch der Liebe (1836) Unpolitische Lieder (1840/41) Deutsche Gassenlieder (1843) Fünfzig Kinderlieder (1843) Maitrank (1844) Hoffmann’sche Tropfen (1844) Diavolini (1848) 37 Lieder für das junge Deutschland (1848) Soldatenlieder (1851) Die Kinderwelt in Liedern (1853) […]

Die Dresdener gefallen ihm nicht

Am 30. Mai bezieht Hoffmann in Dresden eine freundliche, stille Wohnung an der Bürgerwiese. In den Morgenstunden bleibt er meist zu Haus und schreibt. Er vollendet ein Liederheft, das bereits zwei Wochen später unter dem von Fröbel gewählten Titel “Deutsche Gassenlieder” veröffentlicht wird. Dann überarbeitete er seine sonstigen Gedichte, die Anfang August erschienen, sendete Beiträge […]

Der erste April

Wie wir als Knaben uns doch neckten! Wie wir voll Schelmenstücke steckten! Ich mach´s noch heute nicht bekannt, Wonach ich einstmals ward gesandt, Ich schweige still, Sonst hört´  ich heute noch: April, April! Man schickt den dummen Narren wie man will. Nach ungebrannter Asche gingen, Nach Mückenfett und selteneren Dingen wir ernsthaft in des Krämers […]

Deutsche Gassenlieder

Flora Germanica Es grünt und blüht im Vaterlande zum Heil und Segen jedem Stande: Denn jedem Deutschen bringt fürwahr der Frühling eine Gabe dar Der Frühling kommt uns zu belohnen mit Köniskerzen, Kaiserkronen, mit Pfaffenhütlein, Rittersporn, .mit Bauernsenf und Edelkorn. Doch läßt… Herr Pfarr noch Eines tut mich quälen Herr Pfarr, noch Eines tut mich […]

Das deutsche Nationalgefühl

Eine wahre Geschichte Wie könnt ich mich doch nennen Gänsdarm, das bin ich nicht ! Ich bin ja eine Gensdarme, wie jeder weiß und spricht. “Was, meint Ihr, soll ich sagen, ein Schand-arm ? Wahrlich, nein ! Da müßt ich euch ja schimpfen ! Das fällt mir gar nicht ein !” “Gänsdarm so steht´ s […]