Frühlingslied an der Saale

Frühling | Politische Gedichte | | 1842

Ich habe nicht umsonst gerungen
umsonst gedichtet und gestrebt
ich habe etwas mir errungen
was noch den Dichter überlebt.

Und wenn ich nichts behalten werde,
bleibt mir der kleinen Lieder Ruhm;
sonst hab ich nichts auf dieser Erde,
das ist und bleibt mein Eigentum.

Der Ruhm, daß ich mich niemals beuge
im Kampfe für das Vaterland,
daß ich der Wahrheit treuer Zeuge
auch ferner stehe, wie ich stand.

Nun sonn ich mich in diesem Ruhme
bei meiner Freude Brot und Wein,
vergnügt wie eine junge Blume
im milden Maiensonnenschein

Schulpforta, 30 April 1842
(Mel.: Der Sänger geht auf rauhen Pfaden)