Gedichte

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Gedichte von Hoffmann von Fallersleben:

Alles still in süßer Ruh (Wiegenlied)

Alles still in süßer Ruh Drum, mein Kind, so schlaf auch du Draußen säuselt nur der Wind: Su su su! schlaf ein, mein Kind Schließ du deine Äugelein, Laß sie wie zwei Knospen sein! Morgen, wenn die Sonn´ erglüht Sind sie wie die Blum´ erblüht Und die Blümlein schau ich an, Und die Äuglein küß ich dann, Und der Mutter Herz vergißt, Daß es draußen Frühling ist Text Hoffmann von Fallersleben - 1827 Melodie von K. v. Winterfeld -

Als der Vater zu lange ausblieb

Habe Blumen gepflücket Und gelernt manchen Sang, Habe schön mich geschmücket Oft zu deinem Empfang Bin so lustig gesprungen, Habe stets mich gefreut, Habe fröhlich gesungen: Komm doch, Väterchen, heut´! Schaue anderthalb Wochen Schon zum Fenster hinaus — Und du hast´s mir versprochen, Und du kommst nicht nach Haus. Geh´ schon anderthalb Wochen Stets entgegen nur dir — Und du hast´s mir versprochen, Und du kommst nicht zu mir. Text : Hoffmann von Fallersleben , 1845

Als die Diplomaten tranken (Jusqu´ á la mer)

Als die Diplomaten tranken "Blücher hoch und hoch das Heer! Dem wir Freiheit jetzt verdanken und des Friedens Wiederkehr!" Nun, da sprach der greise Krieger vor der Diplomatenschar er, der mit der Zung´ ein Sieger wie er´s mit dem Schwerte war. "Ernten mögen unsere Erben was wir säten in der Schlacht Mag die Feder nicht verderben was das Schwert jetzt gut gemacht!" Dieses Worte möcht ich schreiben nicht auf Erz und nicht auf Stein nicht an Wänd´ und Fensterscheiben nein, in jedes Herz hinein In das Herz der Diplomaten die…

Als die Rosen wurden grün (Die erste Rose)

Als die Rosen wurden grün, 0 wie freut´ ich mich so sehr! Und wenn sie nun nächstens blühn, 0 dann freu ich mich noch mehr! Dankbar spendet mir der Strauch Seine volle Blütenpracht; Hab´ ich ihn gepflegt doch auch Und so gerne sein gedacht. Und so soll auch mein Gemüt Blühn in Freud´ und Dankbarkeit, Wie die erste Rose blüht In der schönen Maienzeit. Und das Schönst´ in Wald und Flur Will ich froh und dankbar weihn, Auch die erste Rose nur Meinem lieben Mütterlein. -1864

Als Hasen zu Bette

Was doch die Freiheit vermag ihr ginget als Hasen zu Bette Und als Tiger und Leu´n grüßt euch der rosige Tag

Als unser Mops ein Möpschen war (Wer ist schuld daran?)

Als unser Mops ein Möpschen war Da konnt er freundlich sein. Jetzt brummt er alle Tage Und bellt noch oben drein, Heidi, heida, heidal la la, Und bellt noch oben drein. "Du bist ein recht verzogen Tier! Sonst nahmst du, was ich bot. Jetzt willst du Lekkerbissen Und magst kein trocken Brot, Hei-du, hei-du, hei-da-la-la Und magst kein trocken Brot. Zum Knaben sprach der Mops darauf: "Wie töricht sprichst du doch! Hätt´st du mich recht erzogen, Wär ich ein Möpschen noch, Hei-du, hei-du, hei-da-la-la Wär ich ein Möpschen noch Text:…

Am Glanze deines Angesichtes

Am Glanze deines Angesichtes Ward meiner Sehnsucht Mond erhellt. Am milden Strahle deines Lichtes Erblühte meine innre Welt. Du bist zur Sonne mir geworden, Die immer scheint und freundlich lacht, Die wie die Sonn im hohen Norden Auch scheint in später Mitternacht. 1836

An der Spitze ein Lump

Steht an der Spitze ein Lump, wird endlich das Herrlichste lumpig: Kann doch ein Zwergparlament töten ein riesiges Volk.

An meine Heimat dacht‘ ich eben (Von Fallersleben)

An meine Heimat dacht‘ ich eben, da schrieb ich mich von Fallersleben. Ich schrieb‘ s und dachte nie dabei an Staatscensur und Polizei. So schrieben sich viel Biederleute nach ihrem Ort und tun‘ s noch heute, und keiner dachte je daran, durch von würd  er ein Edelmann 19. Januar 1840

An Schleswig-Holstein

Ja, er kam, der Tag der Rache Und wie floh der Danebrog als das Paar der deutschen Adler über Schlei und Eider flog Eure Tage sind gezählet euer letzter Tag kommt bald Enden wird´ s wie Sanewirke eure schändliche Gewalt Rühmt euch eurer alten Siege Freut euch, wie ihr uns gequält Recht und Freiheit habt gemordet Eure Tage sind gezählt Was gelebt in unseren Herzen, mit dem Frühling ist´ s erwacht, Deutsche Sprache, deutsche Sitte ist erblüht in Frühlingspracht. Und wir jubeln dankerfüllet, treu vereint mit Herz und hand; Gott…