Gedichte

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Gedichte von Hoffmann von Fallersleben:

Wir ziehn auf Berg und Halde (Froh und lustig)

Wir ziehn auf Berg und Halde Die grünen Felder entlang, Wir lagern uns im Walde Bei Scherz und fröhlichem Sang.Wir trotzen Wind und Regen, Versingen jegliches Leid, Es gibt uns allerwegen Die Freud´ ein treues Geleit. Der Freude drum zu Ehren Stimm an ein fröhliches Lied! Sie will nur dort einkehren, Wo treue Herzen sie sieht. Wir wollen unsre Herzen Von Gram und Kummer befrei´n Und spielen, lachen, scherzen, Um froh und lustig zu sein.(1866)

Wißt ihr was ich meine meine

Wißt ihr, was ich meine, meine? Singen wollen wir! Kuckuck ruft und Kiebitz schreit, Frühlingszeit bringt Fröhlichkeit. Kommt und singt mit mir! Wißt ihr, was ich meine, meine? Tanzen wollen wir! Wo die bunten Blumen blühn Tanzt sich´s gut im frischen Grün. Kommt und tanzt mit mir! Wißt ihr, was ich meine, meine? Froh sein wollen wir! Denn der Frühling ja gebeut, Daß sich alle Welt erfreut. Kommt, freut euch mit mir 1865

Wo kann der Dichter froher sein

Wo kann der Dichter froher seinund singen so von allerhand,von Tugend, Freundschaft, Lieb‘ und Wein.Von König, Gott und Vaterland,als uns das Glück vergönnet,als ich und ihr es könnetunter des deutschen Bundes schützenden Privilegien ?Wo ist ein Land doch weit und breit,das so den Dichter liebt und ehrt,das so aus tiefer Dankbarkeitihm Hab‘ und Gut und Ruhm vermehrt,als wir es sehn, o Wunder !Als wir es sehn jetzunderunter des deutschen Bundes schützenden Privilegien ? In Luft und Wasser, Wald und Feldist nirgends freier doch ein Tier,auch singt kein Vogel in der…

Wo mein Pferd den Winter stand (Der wackere Reiter)

Wo mein Pferd den Winter stand? In den Weidenzweigen. Weil ich´s eben wiederfand, Will ich´s auch besteigen. Tummle dich und sei nicht faul! Reiten will ich heute. Bist du fleißig, lieber Gaul, Freu´n sich alle Leute. Auch die kleinen Blümelein Nicken auf und nieder: Grüß dich Gott, lieb Brüderlein! Nun, so komm bald wieder! Auch die Vögel freu´n sich sehr Rings auf allen Seiten, Zwitschern fröhlich um mich her: Ei, was kannst du reiten! Pferdchen geht den Trippeltrab Immer frisch und heiter Hügel auf und Hügel ab, Und ich bin…

Wo sind noch Würm und Drachen (Schlafe Was willst du mehr?)

Wo sind noch Würm´ und Drachen, Riesen mit Schwert und Speer ? Was kannst du weiter machen ? Schlafe ! was willst du mehr ? Du hast genug gelitten Qualen in Kampf und Strauß; Du hast genug gelitten - Schlafe, mein Volk, schlaf aus ! Wo sind noch Würm´ und Drachen, Riesen mit Schwert und Speer ? Die Volksvertreter wachen: Schlafe ! Was willst du mehr ? 9. Februar 1840 Melodie: O gib von weichem Pfühle Georg Herwegh schrieb neun Jahre soäter auf die gleiche Melodie sein  Mein Deutschland, strecke…

Wo wirst du denn den Winter bleiben

Wo wirst du denn den Winter bleiben? sprach zum Spätzchen das Kätzchen. „Hier und dorten, aller Orten", sprach gleich wieder das Spätzchen. Wo wirst du denn zu Mittag essen? Sprach zum Spätzchen das Kätzchen. „Auf den Tennen mit den Hennen", Sprach gleich wieder das Spätzchen. Wo wirst du denn die Nachtruh halten? Sprach zum Spätzchen das Kätzchen. „Laß dein Fragen, will´s nicht sagen", Sprach gleich wieder das Spätzchen. Ei, sag mir´s doch, du liebes Spätzchen! Sprach zum Spätzchen das Kätzchen. „Willst mich holen — Gott befohlen!" Fort flog eilig das…

Wofür jetzt alle Deutschen leben

Wofür jetzt alle Deutschen leben, wonach sie sich sehnen und eifrig streben es wird dereinst auf Erden zur vollen Wahrheit werden. Der König, der sich eben jetzt die Königskron‘ aufs Haupt gesetzt, der muß die deutsche Kaiserkrone einst hinterlassen seinem Sohne. Drum laßt uns jetzt das Glas erheben: Der König als deutscher Kaiser soll leben ! 18. Oktober 1861, dem Krönungstage des preußischen Königs Wilhelm

Wohl ist der Winter die schlimmste Zeit

Wohl ist der Winter die schlimmste Zeit Der Frühling, er ist so weit, so weit! Von Grünen und Blühen keine Spur, Am Fenster gefrorene Blumen nur. Und dennoch tröst´ ich mich: mir blüht Ein ewiger Frühling im Gemüt. Ich kann in Gedanken dem Winter entschweben Und trotz dem Winter im Frühling leben.

Wohl leb ich einsam stille Tage (September 1861)

Wohl leb ich einsam stille Tage,als lebt ich nur in mich hinein:Still ward mein Herz, es schweigt die Klage,Trost muß ich selber mir verleihn.Das Liebste hab ich hier begraben,Das Liebste, was mir Gott beschied,doch blieb mir noch von seinen Gabenmein Kind, mein Vaterland, mein Lied. Doch wenn mein Lied je ausgesungen,wenn je mein Kind mich auch verläßt,dann halt ich, tief von Schmerz durchdrungen,das Allerletzte gläubig fest. Eins muß mir das Geleit doch geben,eins bleibt mir treu zum Grabesrand,eins wird dereinst mich überleben:Die Liebe für das Vaterland. September 1861 , nach dem…

Wohl mir daß ich dafür nicht stritt (Aria eines…)

Aria eines deutschen aus Frankreich heimkehrenden Aristokraten Aber was hilft mir alle Freiheit, wenn ich keinen Tabak habe ? Ich bin überzeugt, daß wenn mir noch sechs Monate der Tabak fehlte, ich ein vollkommener Aristokrat würde. (Börne, Schriften, 9, 162.) Wohl mir, daß ich dafür nicht stritt ! Freiheit und Gleichheit - weg damit! Ich weiß, was ich in Frankreich litt. Soviel Regie und Polizei O laßt uns unsere Sklaverei und dünkt euch glücklich, groß und frei Die Freiheit ist nur dummer Schnack solang man raucht mit Hack und Pack…