Heimatlos

Struppige Haare und Knotenstock

"...er erschien mit fliegenden Haaren (struppigen), mit der schmutzigen Kappe auf dem Ohre; mit dichtem Bart und deutschem Rock, dazu einen ungeheuren Knotenstock, den besonders alle Franzosen recht anstößig fanden." Spitzelbericht über Hoffmann

Lied eines Verbannten

Über Berlin und Althaldensleben reist Hoffmann in die alte Heimat nach Fallersleben m um ungestört einige ruhige Tage zu verbringen. "Ich beschäftigte mich viel im Garten, spielte mit den Kindern, spazierte im Freien, las Zeitungen , arbeitete und dichtete. Zu meinem Geburtstage begrüßten mich die Kinder mit Glückwünschen und Blumenkränzen. Ich war einige Tage recht unwohl gewesen, jetzt wieder munter." Sein Vetter Jakob Behne erzählt ihm, daß er beobachtet würde, "und er meinte, ich möchte doch vorsichtig sein. Den 5. April hatte der Drost ein Schreiben von Lüneburg bekommen, hohe Landdrostei wundere sich, daß meine Ankunft noch nicht angezeigt sei.…

Fahrender Sänger

"Hoffmann scheint "durch seine Entsetzung von der Professur nur ein Gefallen geschehen zu sein. Er ist nun ein fahrender Sänger, der überall fetiert wird..." Manchen Zeitgenossen mißfällt, daß der "heruntergekommene Professor", den man spöttisch den "Generalkneipier" nennt, die deutschen Fürsten in Liedern schlecht mache, die er in seiner Brusttasche "auf Champagneretiketten geschrieben" bei sich trage und "die er gleich bereit sei, nach niederträchtigen Melodien zu singen." Spitzelbericht über Hoffmann von Fallersleben

Die Vertreibung aus Fallersleben

Hoffmann schildert in einem Brief vom Karfreitag 1843 an Karl Milde in Breslau, wie die Sache ausging: "Den Dienstag darauf ging mein Schwager zum Drosten. Dieser meinte, die Sache stünde bedenklich, er habe unsere Auseinandersetzung, die auf dem Amte liegt, gelesen, darauf ließen sich keine Domizilrechte gründen, er könne nicht raten zu einem weiteren Verbleiben. Ich wollte nun die Antwort der Landdrostei abwarten... Am Mittwochnachmittage kam ein große Kutsche vor unserem Hause an. Der Lieutenant der Landdragoner stieg aus, und seine erste Frage war, ob ich noch da sei. Meine Schwester ahndete nichts Gutes. Die Landdragoner liefen unruhig umher. Der…

Der Dichter braucht eine neue Bleibe

Am 21. April wohnt Hoffmann wieder in Althaldensleben bei Phillip Nathusius, wo er sich fünf Wochen lang aufhält. Er genießt die Natur, unterhält sich mit Phillip und seiner Frau Maria, die Deutsche Volkslieder vorzutragen weiß aber auch selbst komponiert, denkt nach und dichtet Frühlingslieder politischer Art. Aber so gut es ihm auch bei den beiden gefällt, Hoffmann braucht eine neue Bleibe, einen Ort, an dem er in Ruhe leben, arbeiten und Geld verdienen kann, aber auch Anregung erhält und Zugang zu wissenschaftlichen Hilfsmitteln erhält. "Ich hatte lange hin und her gewählt und mit Freunden und Bekannten viel darüber gesprochen. Endlich…

Die Dresdener gefallen ihm nicht

Am 30. Mai bezieht Hoffmann in Dresden eine freundliche, stille Wohnung an der Bürgerwiese. In den Morgenstunden bleibt er meist zu Haus und schreibt. Er vollendet ein Liederheft, das bereits zwei Wochen später unter dem von Fröbel gewählten Titel "Deutsche Gassenlieder" veröffentlicht wird. Dann überarbeitete er seine sonstigen Gedichte, die Anfang August erschienen, sendete Beiträge für Haupts "Zeitschrift für deutsches Altertum" und beendete seine "Deutschen Gesellschaftslieder des 16. Und 17. Jahrhunderts". Nebenbei bekam er Besuch, unter anderem von Ludwig Uhland, dem er seine "Gesellschaftslieder" widmete, und Walesrode, dessen Gesellschaft er besonders genoß. Die Dresdener Bürger hingegen gefielen ihm gar nicht:…