Heimatlos

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Freundschaft mit Arnold Ruge

Je weniger er sich mit den Dresdener Philistern anfreunden kann, desto mehr sucht er Kontakt zu anderen Zugereisten,. Der bedeutendste unter ihnen war Arnold Ruge, dessen "Deutsche Jahrbücher" gerade verboten worden waren. Ruge hatte sich zu dieser Zeit entschlossen nach Frankreich ins Exil zu gehen. In seinen Lebenserinnerungen schreibt Hoffmann über die Begegnungen mit ihm: "Ruge war zu sehr eingenommen für die kommunistischen und sozialistischen Ideen, die ihren Herd in Frankreich hatten; er erwartete von ihnen eine neue Weltordnung, Heil und Segen für die ganze Menschheit.(...) Ruge war immer sehr liebenswürdig und teilnehmend, wie auch seine Frau; ich war oft…

Althaldensleben

Philipp Nathusius hat sich sehr gefreut, daß Sie ihn in Althaldensleben besuchen wollen. Er wünscht von Ihnen Tag und Stunde zu wissen, wann Sie in Magdeburg eintreffen, damit er Ihnen dann seinen Wagen schickte. Sollten Sie es nicht vorherbestimmen können, so finden Sie auch in Magdeburg wohl Gelegenheit. Einige Male geht auch Post nach Neuhaldensleben und das ist dicht bei Althaldensleben. Das Land-Handeln dürfen Sie nicht aufgeben. Sie können schon durch Ihre Gegenwart viel wirken und werden sich bald überzeugen, auf welchem freien und bewegten Grund und Boden Sie dort sind... 23. 6. 1843, Brief an den Schriftsteller Ludwig Walesrode…

An Main und Rhein

Über Leipzig, wo er immer noch unpässlich ist, begibt er sich nach Frankfurt. Mitte August hatte ihn der Buchhändler Suchsland zum Abendessen eingeladen. Es war eine große Gesellschaft, die am Mainufer zusammenkam. Eine Gondel mit bunten Laternen kommt den Main hochgefahren, man singt "Deutsche Worte hör' ich wieder" und bringt ihm ein Hoch aus. Die Zeitung spottet: "Man sieht ihn rüstig und munter an der Wirtstafel seine eigenen Lieder vorsingen."01 Am 15. August besucht Hoffmann in Koblenz eine alte Freundin, die er seit 25 Jahren nicht gesehen hat. Bei Karl Bädeker trifft er am nächsten Tag Ferdinand Freiligrath. Beide gehen…

Verfassungsjubiläum in Mannheim

Am nächsten Tag fährt Hoffmann mit dem Dampfschiff den Rhein hinab nach Mannheim, abends um 10 Uhr kommt er im "Pfälzer Hof" an. Er plant die Aktenstücke über seine Absetzung drucken zu lassen, Friedrich Bassermann und Karl Mathy, zwei der führenden badischen Liberalen, die im März diesen Jahres in Mannheim eine Verlagsbuchhandlung gegründet hatten, publizierten noch während seines Aufenthaltes dort "Zehn Aktenstücke über die Amtsenthebung des Professors Hoffmann von Fallersleben". Hoffmann blieb in Mannheim, da das 25jährige Verfassungsjubiläum unmittelbar bevorstand. Über die Feier, auf der er dieses Lied auch vortrug, berichtet die "Mannheimer Abendzeitung": "Die mächtigsten Eindrücke ließ aber gewiß…

Bei Euler und Hecker im Süden

Hoffmann fuhr für zwei Wochen ins Oberland, um das Alemannische kennenzulernen.In Lörrach lernte er den Rechtsanwalt Euler kennen, der ihn einlud, bei ihm zu wohnen. Euler kannte sich bestens in der Mundart aus und hatte selber Gedichte verfaßt. Zum Abschied am 17. September schrieb er ein Gedicht in alemannischer Mundart an Hoffmann: Der HofMa fehlt, doch d' Hoffnig nit / dass uf der dütschen Erde so mengs was no im Arge lit / nootno cha besser werde. Drum sagi: HofMa hoff, es cha / nit allewil so blibe; es seig di Trost, du guete Ma, / di Werk wird Früchte…

Der HofMa fehlt, doch d Hoffnig nit

Der HofMa fehlt, doch d' Hoffnig nit, dass uf der dütschen Erde so mengs was no im Arge lit nootno cha besser werde. Drum sagi: HofMa hoff, es cha nit allewil so blibe; es seig di Trost, du guete Ma, di Werk wird Früchte tribe. Rechtsanwalt Euler in Lörrach für Hoffmann von Fallersleben, der beim zu Gast war und bei ihm wohnte. Euler kannte sich bestens in der Mundart aus und hatte selber Gedichte verfaßt.  Zum Abschied am 17. September schrieb er dieses Gedicht in alemannischer Mundart für Hoffmann