Heimatlos

.

Neue Liebe bei Nathusius

Von Ende Mai an ist er wieder in Mecklenburg, aber schon zwei Wochen später wieder unterwegs. Er fährt zu Nathusius nach Althaldensleben. Maria steuerte einige Kompositionen zu einer neuen Ausgabe seiner Kinderlieder bei. Am 24.7.1846 schreibt er von dort an Robert Prutz in Berlin: "Haben Sie sich Hillebrands dritten Teil seiner deutschen Nationalliteratur angesehen ? Wir kommen alle schlecht weg - das ließe sich erwarten. Das Buch hat eine sehr gefährliche Seite: Hillebrand spielt den Unparteiischen, und so etwas findet Anklang bei Micheln (in: Briefe)" Am 25. Juli folgt er einer Einladung von Wilhem Nathusius nach dessen Gut Königsborn, nachdem…

Besuche

Mitte August 1846 ist Hoffmann in Leipzig und übergibt Engelmann die neue Auflage seiner Kinderlieder. Er besucht Mendelssohn und Lortzing, der im Begriff ist, als Kapellmeister nach Wien zu gehen. Sie reden über die Zustände in Österreich. Vom 17. August an besucht er seine Verwandten in Braunschweig. Er sieht Ida, die ihn zum erstenmal richtig wahrnimmt. Im September reiste er durch Westfalen und verbringt drei Wochen bei seinem Freund, dem Hauptmann Börster. Keine Äußerung über Politik seit langem in "Mein Leben".

Sozialismus und Kommunismus

25.9.1846

Lohnschreiber, literarische Lumpe und Wegelagerer

Am 11. Oktober besucht er seine Italienbekanntschaft Fahne auf Schloß Roland in Düsseldorf. Er war dort schon länger eingeladen und genoß den Aufenthalt sehr. Es gab unter anderem eine Bibliothek dort. Hoffmann überarbeitet noch einmal die "Diavolini" und trifft sich mit Künstlern in Düsseldorf. Vor allem bewundert er Karl Lessing , dem zu Ehren Ende Oktober ein großes Festmahl stattfand, auf dem Hoffmann ein Lied auf ihn vortrug. Hoffmann verhält sich , wenn man seinen Lebenserinnerungen trauen kann, so ruhig und unauffällig wie möglich. Trotzdem steht am 29.Oktober im "Rheinischen Beobachter" folgender Satz: "Hoffmann von Fallersleben weilt fortwährend bei einem…

Verein zum Schutze vaterländischer Auswanderer

Vom 2.November an wohnt Hoffmann wieder bei Karl Dresel in Geisenheim. Es wird wieder viel über die Auswanderung gesprochen, denn Gustav, Karls Bruder, will im nächsten Frühjahr erneut über den Ozean. Gustav Dresel verhandelte mit dem fürstlichen "Verein zum Schutze vaterländischer Auswanderer in Mainz". Dieser Verein mit Sitz in Neu - Braunfels, dem ausschließlich Grafen und Fürsten angehörten, hatte nur wenig Sympathien in der Bevölkerung. Ansiedler hatten berichtet, daß sie drüben in der freien Welt wie Untertanen behandelt werden würden. Hoffmann hatte schon vor einigen Jahren ein Spottlied über diese Fürstenvereinigung gemacht (Deutscher Nationalreichtum). Offensichtlich hoffte der Verein, Hoffmann für…

Brief an Bettina von Arnim

An Bettina von Arnim schreibt Hoffmann am 25.11.1846 aus Geisenheim nach Berlin : "Noch einmal also nur: es hat mich gefreut und gerührt, daß Sie meiner gedenken. Leider gehört es zu den seltenen erquicklichen Erscheinungen unserer Zeit, daß ein Allerhöchst - Mißliebiger sich alter freundschaftlicher Beziehungen geheim und öffentlich rühmen darf. Ich habe in Breslau Erfahrungen gemacht, die so eigentlich ins Aschgraue gehen: Leute, mit denen ich 20 Jahre freundschaftlich verkehrte, kannten mich kaum, als ich abgesetzt war, den besten freunden war ich zuletzt unbequem, und als ich endlich die Feigheit und Erbärmlichkeit der Menschen bei meinem letzten Aufenthalte nicht…