Heimatlos

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Der unglückselige Gelehrten-Beruf

Hoffmann überlegt hin und her, wie er einen Ausweg aus seiner Situation finden kann. Größere wissenschaftliche Arbeiten lassen sich bei den Umständen, unter denen er lebt und arbeitet nicht verwirklichen. "Bei Arbeiten von minderem Umfange und zeitgemäßem Inhalte würde mir, sobald sie nur irgend die Politik berührten, Zensur und Polizei immer hindernd in den Weg treten." An Ferdinand Freiligrath schreibt er am 29.11.1846 nach London: "Ich hatte Dir nach Brüssel geschrieben. Der Brief ist wohl nie in Deine Hände gekommen. Ich weiß nur noch, daß ich mich freute über ein Wort, daß Du nach Mainz geschrieben haben solltest: "Ich kann…

Arnold Ruge über Hoffmann von Fallersleben, 1847

Hoffmann von Fallersleben, vormals Professor in Breslau, gehört ursprünglich der altdeutschen Richtung an; seine Studien widmete er der deutschen Literatur, sie befreundeten ihn mit den Grimms und ihrer Schule; aber er unterscheidet sich von Uhland dadurch, daß er zuerst weniger romantisch und sodann satirisch-politisch auftrat. Schon im Musenalmanach von 1839 finden wir sein "Knüppel aus dem Sack", welches bei der damaligen Stimmung gegen den Pietismus ungemein ergötzte. Der Humor des Dichters steigerte sich mit dem Erfolge, den seine "Unpolitischen Lieder" hatten. Man verbot sie und verwehrte den Zeitungen das Lob dieser harmlosen Humoresken; aber es war ein großer Irrtum, der…

Freiheitssinn verkannt

28.Juli in Hohenfelde, Besuche bei Pogge in Zierstorf . Es tut Hoffmann gut, daß er sich dort über vieles aussprechen kann, Freunde machen ihm Vorschläge, was er beginnen könne, um sein unstetes Wanderleben zu beenden: "Frau Augusta Pogge nahm innigen Anteil an meinem Schicksal und wünschte gar sehr, daß ich der Welt gegenüber eine unabhängige Stellung einnähme. Der Wunsch war schön, aber die Erfüllung nur möglich durch die Beseitigung von Dingen, über die wir keine Macht haben und deren günstigere Gestaltung nur abgewartet werden kann. Viele meiner Freunde machten mir Vorschläge, dies oder jenes zu beginnen, um mir ein selbständiges,…

Verhandlungen mit Verlegern in Leizig

Am 1. September ist Hoffmann in Leipzig und verhandelt über "100 Schullieder". Einen Tag später ist er im "Literarischen Comptoir", daß seinen Sitz nach Leipzig verlegt hat und nun von Ruge betrieben wird. Unmittelbar vor seiner Ankunft war die Polizei da und hatte das Verlagsbüro anderthalb Stunden lang durchsucht, vor allem nach seinen Liedern und anschließend die Makulaturkammer versiegelt. Abends um neun wird ihm wird ihm wieder einmal ein Ständchen gebracht, dieses mal singen Studenten und Turner "vaterländisches". Die Polizei taucht nicht auf. Am nächsten Tag übergibt er "Breitkopf und Härtel" eine Sammlung von Liedern mit dem Titel "Deutschland" für…

Ärger mit der Polizei in Mannheim

Ende September reist Hoffmann durch Thüringen über Frankfurt in den Rheingau. In Mannheim, wo er erneut Itzstein besucht, findet er am 7.Oktober 1847 einen Ausweisungsbescheid des großherzoglichen Stadtamtes vor: Innerhalb von 24 Stunden muß er Baden verlassen. "Ich beriet mich sofort mit meinen Freunden. Itzstein war sehr betrübt, zumal so etwas unter dem Ministerium Beck, seines Freundes geschehen konnte. Er war sofort bereit, mich nach Karlsruhe zu begleiten. - Den folgenden Tag fuhren wir hinüber. Unser erster Weg war zu Beck. Es hieß, Exzellenz wäre krank. Itzstein wurde jedoch vorgelassen und kam voll Hoffnung zurück. Er machte dann eine schriftliche…