Verfassungsjubiläum in Mannheim

Am nächsten Tag fährt Hoffmann mit dem Dampfschiff den Rhein hinab nach Mannheim, abends um 10 Uhr kommt er im „Pfälzer Hof“ an. Er plant die Aktenstücke über seine Absetzung drucken zu lassen, Friedrich Bassermann und Karl Mathy, zwei der führenden badischen Liberalen, die im März diesen Jahres in Mannheim eine Verlagsbuchhandlung gegründet hatten, publizierten noch während seines Aufenthaltes dort „Zehn Aktenstücke über die Amtsenthebung des Professors Hoffmann von Fallersleben“. Hoffmann blieb in Mannheim, da das 25jährige Verfassungsjubiläum unmittelbar bevorstand.

Über die Feier, auf der er dieses Lied auch vortrug, berichtet die „Mannheimer Abendzeitung“:

„Die mächtigsten Eindrücke ließ aber gewiß unser Gast Hoffmann von Fallersleben zurück ! Nachdem das Lied, das er in unsern Mauern zur Feier des hohen Festtags gedichtet hatte, gesungen und seine Gesundheit stürmisch ausgebracht war, dankte er der Versammlung dadurch, daß er ihr mehrere seiner Gedichte vortrug. Zuerst sprach er das „Lied eines abgesetzten Professors“ und das „Freie Wort“; dann sang er in seiner höchst eigentümlichen Weise mit einem Humore, unter dem der tiefste Schmerz verborgen liegt, das Lied „Alles mit hoher obrigkeitlicher Erlaubnis“. Das war mehr als ein bloßer Beifallssturm, der da losbrach, das war die mächtige Stimme des Geistes der Freiheit, die der herrliche Mann aus jeder Brust gelockt…es war der Triumph, den die Wahrheit, den die Überzeugung über die Lüge und Halbheit der Gegenwart feierte!“

Hoffmann blieb noch 14 Tage länger in Mannheim. Er trifft mit badischen Abgeordneten und ihren Freunden zusammen, mit Itzstein, Friedrich Hecker, von Soiron, Bassermann, Mathy, Walesrode und anderen.

Drei Tage nach der Verfassungsfeier brachten ihm Studenten ein Fackelständchen in Heidelberg , wohin er einen Ausflug gemacht hatte. Die Fackelträger wurden am nächsten Tage polizeilich vorgeladen, die ortsfremden Musikanten ausgewiesen. So reihte sich Kundgebung an Treffen an Frühstück, Studenten brachten „Hochs“ aus, das Publikum jubelte.“Die politischen Poeten sind jetzt fahrende Ritter geworden“, schrieb ein Polizeispitzel an seine Auftraggeber.