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Hoffmann von Fallersleben 1818-1868

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Von Josef Maria Wagner erschien am 2. April 1969 (zu Hoffmann von Fallerslebens 71sten Geburtstag) eine Bibliographie seiner Werke unter dem Titel: Hoffmann von Fallersleben 1818-1868 Untertitel: Fünfzig Jahre dichterischen und gelehrten Wirkens. Die Schrift erschien im Verlag Carl Gerold´s Sohn in  Wien und wurde vom Autoren auf Schloss Corvey persönlich überreicht.  

Im Vorwort schreibt der Autor Josef Maria Wagner:

Vor sieben Jahren fasste ich den Entschluss eine Geschichte der deutschen Philologie zu unternehmen. Sie spendeten mir damals, innigst verehrter Herr Professor, nicht nur ermunternden Beifall, sondern Sie waren gleich auch bedacht einen Grund zu legen zu meinen bezüglichen Sammlungen. Zum Josephstage 1862 überraschten Sie mich durch ein sauberes Heft mit der Aufschrift: " Meine deutschsprachliche Thätigkeit ". Heut und Immer Corvey 15. März 1862. HvF

Wie sehr mich dies Geschenk mit Dank und Freude erfüllte, sprach ich Ihnen damals brieflich aus und freue mich es heute öffentlich wiederholen zu dürfen. Ich war nun besser unterrichtet als ich es früher sein konnte über den Gang Ihrer Forschungen, Ihre vielen gelehrten Reisen, die im eigentlichsten Sinne wohl Entdeckungsfahrten genannt werden mögen, über die Entstehung und theilweise auch erst über das Vorhandensein vieler einzelnen Unternehmungen. So fand ich mich der Erfüllung meines langgenährten Wunsches: ein vollständiges Bild Ihrer Leistungen auf dem Gebiete der vaterländischen Litteratur- und Sprachforschung zu gewinnen, plötzlich um Vieles näher gebracht.

Ich suchte und sammelte nun für diesen Zweck eifrig weiter und meine Mühe blieb nicht ungelohnt. Um es noch ersprießlicher zu machen dehnte ich dies Suchen und Sammeln dann auch aus auf Ihre dichterische Thätigkeit, die für mich längst ein Gegenstand von großer Anziehung war, und mit Ihrer gelehrten ja in so innigem Zusammenhange steht. Jener oben erwähnte ursprüngliche Plan, die Geschichte der deutschen Philologie, war mir inzwischen sehr ferne gerückt. So erhebend und ermuthigend Ihr und Anderer Beifall auf mich wirkte, so hatte ich doch bald erkennen müssen, daß, wenn selbst meine Kräfte einem derartigen Unternehmen genügten, dies doch mit meinen Hilfsmitteln durchaus nicht der Fall war. Der Zustand unserer Bibliotheken und die Art und Weise wie sie benutzt werden können ist leider! so gestaltet, daß ein so weitläufiges Beginnen in der Ausführung mit den allergrößten Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Ohne Ihre freundliche Beihilfe wäre es mir nie gelungen auch nur Ihre Schriften vollständig zu verzeichnen.

Eine solche Unterstützung durfte ich aber nicht auch von jedem Anderen erwarten, und einer noch viel weitergehenden Förderung hätte es bedurft um den nicht mehr Lebenden gerecht zu werden. Ich beschied mich daher gern als ich vernahm, daß Andere, besser Ausgerüstete etwas Ahnliches beabsichtigten, und steckte mir ein leichter erreichbares Ziel. Dies war und ist eine neue Ausgabe Ihrer Deutschen Philologie in Verbindung mit einer Quellenkunde der altdeutschen Litteratur, die ja einst auch einen Lieblingsgedanken von Ihnen bildete. Das über Sie Ersammelte wird in dem engeren Rahmen eines solchen Unternehmens freilich nur zum Theile Platz finden. Es soll aber darum nicht ungenutzt bleiben.

Indem ich es nun als selbständiges Ganze der Öffentlichkeit übergebe, glaube ich damit nicht nur den Forschern auf dem Gebiete der deutschen Litteratur- und Gelehrtengeschichte, den Litteraturfreunden und Bibliothekaren einen Dienst zu erweisen[2], sondern vor Allem auch Ihnen eine Freude zu bereiten. Denn eine Freude muß es wohl sein ein halbes Jahrhundert eigenen erfolgreichen Wirkens und Schaffens so mit einem Blicke überschauen zu können! Mir aber, der ich Ihnen seit mehr denn zehn Jahren die werthvollsten Beweise freundlicher Geneigtheit und fördernden Wohlwollens verdanke, gewährt es eine nicht geringe Befriedigung einmal öffentlich der innigen Verehrung Ausdruck zu leihen, welche mich für Sie stets beseelt. Und so nehmen Sie denn in gewohnter Güte auf, was ich Ihnen bereitet eingedenk Ihres Spruches: Kannst du am eignen Thun dich nicht laben, So magst du Freud am fremden haben.

Wien, Ostern 1869 , J. M. Wagner -

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Hoffmann von Fallersleben - Verfasser des Deutschlandliedes, seit 1922 die deutschen Nationalhymne. Autor von Kinderliedern, revolutionären Gedichten im Vormärz, Sprachforscher und Bibliothekar.

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