Laß die wilden Wogen toben (Am Strande der Zeit)

Laß die wilden Wogen toben !
Ruhig weil‘ ich hier am Strand.
Ach ! Mein Heil, es ist nur droben,
droben nur mein Vaterland.

Droben in den schlichten Räumen
wird für mich ein Ruhziel sein
Für mein Sehnen, für mein Träumen,
meinen Herzens stille Pein.


Hier und drüben seh ich schleichen
nur der Freiheit Schatten noch,
und der Freude Farben bleichen
in der langen Knechtschaft Joch.


All das Reden, Streiten, Raten
tönet mir wie Unkenschrei;
kaum noch Worte sind die Taten,
bald auch ist´s damit vorbei.


Ach ! Was sollen unsere Sänge
voll von Freiheitslieb und Drang ?
Es verhallen alle Klänge
und das Leben wie ein Klang.

 Text Hoffmann von Fallersleben , 26. Juni 1863 – (aus dem Nachlaß)
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