Mauskätzchen wo bleibst du

Gedichte mit Tieren | | 1847

Mauskätzchen, wo bleibst du?
Mauskätzchen, was treibst du?
In unserem Häuschen
sind schrecklich viele Mäuschen
Sie pfeifen und rappeln
sie trippeln und trappeln
in Kisten und Schränken
auf Tischen und Bänken
sie stehlen und naschen
und will man sie haschen
wupp! sind sie fort!

„Du rufst mich, da bin ich!
Sei still, nun beginn´ ich
Ein Tänzchen mit allen,
Das soll dir gefallen.
Erst sitz´ ich, dann schleich* ich,
Dann nah´ ich, dann weich´ ich,
Dann leg´ ich mich nieder,
Dann heb´ ich mich wieder.
Kaum schwing´ ich mein Schwänzchen
Und schnurre zum Tänzchen,
Wupp! sind sie da!“

Sie tanzen im Kreise
Auf närrische Weise,
Hopp heißa! so munter
Hinauf und herunter.
Dann fass´ ich beim Ohr sie,
Dann werf ich empor sie;
Und fallen sie nieder,
Dann fang´ ich sie wieder
Und will dann die Maus doch
Nun endlich ins Mausloch —
Wupp! beiß´ ich sie tot!

1847 – Melodie von Maria Nathusius