Nach der Revolution

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Einmal frei atmen

Und dann wird der Hoffmann Hofpoet und verrät zum erstenmal ein altes Prinzip. Wie viele Kampfgedichte hat er verfaßt gegen die "Pensionsbezieher", die sich mit "Schweigetalern" kaufen lassen Dingelstedt, Geibel und Freiligrath hat er verteufelt. Jetzt schreibt er am 4.2.1854 aus Bonn, an Rudolf Müller in Holdorf: "Ein deutscher Fürst ist hochherzig genug gewesen, mir den Aufenthalt in seinem Lande zu gestatten und zugleich eine Aussicht auf Erwerb zu eröffnen, daß ich, wenn ich auch mein preußisches Wartegeld verliere, doch noch mehr habe als jetzt.(...)Vorläufig bitte ich Dich, niemandem etwas davon zu sagen. Du weißt, in welcher Zeit wir leben…

Bibliothekar auf Corvey

Als der Großherzog von Sachsen-Weimar die Finanzierung von Hoffmanns und Oskar Schades "Weimarischen Jahrbüchern für deutsche Sprache, Literatur und Kunst" einstellte, mußte sich Hoffmann - nun schon 62 Jahre alt - abermals um eine neue Tätigkeit bemühen. Durch Vermittlung seines Freundes Franz List und der Prinzessin Marie von Sayn-Wittgenstein, die in Weimar eine gute Freundin von Hoffmanns Frau Ida war, konnte der Herzog von Ratibor, Fürst von Corvey, dafür gewonnen werden, Hoffmann als Bibliothekar in Corvey fest anzustellen. Am L Mai I860 nahm Hoffmann seine neue Tätigkeit auf. Im Frühjahr I860 schreibt Ida Hoffmann in einem Brief:..In unserem stillen Leben…