Deutsche Nationalhymne

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Die Geschichte der Deutschen Nationalhymne: Von Hoffmann von Fallersleben am 26. August 1841 auf Helgoland geschrieben, erst 1922 von Friedrich Ebert zur Nationalhymne erklärt, nachdem insbesondere die erste Strophe mit ihrem “Deutschland über Alles” im ersten Weltkrieg zur Helden-, Opfer- und Kriegsmusik wurde. Die Nationalsozialisten sangen die erste Strophe der Nationalhymne gemeinsam mit dem Horst-Wessel-Lied  in der Bundesrepublik sang man nur die dritte Strophe von Deutschland Deutschland über alles.

Brief von Adenauer an Theodor Heuss

Die Frage einer "National-Hymne" ist in den vergangenen zwei Jahren wiederholt zwischen uns besprochen worden. Ich trage mich auch mit Zweifel an dem Gelingen, ihren Versuch, durch einen neuen Text, und durch eine neue Melodie über die unliebsamen Zwischenfälle hinwegzukommen, die bei der Wiedergabe oder bei dem Absingen des "Deutschland-Liedes" sich ereignet haben, es sollte vermieden bleiben, hier einen neuen Streit in unser Volk zu tragen. Sie haben mir selber gelegentlich zum Ausdruck gebracht, daß Sie das Bemühen als gescheitert betrachten müssen.... Als das Kabinett Sie vor Monaten durch mich bitten ließ, sich für die dritte Strophe des "Deutschlandliedes" zu entscheiden, gab ich zu, daß ihre damalige Gegenargumentation eine innere Berechtigung besaß....Es ist wesentlich der außenpolitische Realismus, der uns, Ihnen wie mir, nahelegen muß, die Entscheidung nicht weiter hinauszuzögern... 29.04.1952 Etwas zugespitzt heißt das doch, es gibt zwar gute Gründe…

Brief von Theodor Heuss an Adenauer

"Sie haben Recht, ich wollte vermieden wissen, daß in öffentlichen Veranstaltungen mit einem vaterländischen Alzent, gleichviel wie ihre Ausdehnung oder wie ihr Rang sei, ein Mißklang ertöne, weil sehr, sehr viele Menschen unseres Volkes Haydns große Melodie nur eben als Vorspann zu dem "dichterisch" und musikalisch minderwertigen Horst – Wessel – lied im Gedächtnis haben, dessen banale Melodie den Marsch - Takt in ein Volksverderben abgab. Doch das ist es nicht allein. Als mich die Frage nach einer Nationalhymne bewegte – und das liegt innerlich längst vor meiner Wahl zum Bundespräsidenten – glaubte ich, daß der tiefe Einschnitt in unserer Volks – und Staatengeschichte einer neuen Symbolgebung bedürftig sei, damit wir vor der geschichtlichen Tragik unseres Schicksals mit zugleich reinem und freiem Herzen, in klarer Nüchternheit des Erkennens der Lage bestehen werden" Leider hat Heuss ein eher schwaches Gedicht eingereicht,…

Geweiht und geheiligt

Ist dieses Lied nicht geweiht und geheiligt durch ein Meer von bitteren Tränen, durch Ströme von vergossenem Blut? Mit diesem Lied auf den Lippen stürmte einst Deutschlands akademische Jugend an einem grau verhangenen Novembertag 1914 bei Langemark in die tödlichen Feuergarben der englischen Maschinengewehre. Dieses Lied trug auch die Jugend des 2. Weltkrieges im Herzen, als sie auf die Schlachtfelder in West und Ost, in Süd und Nord geführt wurde von den Machthabern ein gottverlassenen politischen Systems. Bericht über das "Wunder von Bern", in der BUNTEN ILLUSTRIERTEN, Nr.15, 1954 (Burdaverlag)

Hymne für einen Männergesangsverein

"Lied der Deutschen", heißt das Deutschlandlied ursprünglich. Die zweite Strophe macht unmißverständlich klar, wer das eigentlich ist, "die Deutschen", wem es sozusagen in die schon immer sangesfreudige Kehle geschrieben wurde: dem deutschen Mann. Unsere Nationalhymne ist von A bis Z eine Hymne für einen Männergesangsverein. Luise F. Pusch, Alle Menschen werden Schwestern - Feministische Sprachkritik, Frankfurt a,M. 1980

Deutschland Deutschland mir stinkt alles

Deutschland, Deutschland mir stinkt alles was dir selbst an Dir gefällt Einigkeit und Recht und Freiheit wurden doch zu sehr gequält Korruption, Gewalt und Willkür gehen dem Staat leicht von der Hand Denk doch mal an deine Kinder denke, Deutsches Vaterland ! Schröder Roadshow (ca. 1980)

Über die ganze Welt erheben

Bekanntlich kann in der deutschen Sprache "über" den Akkusativ und den Dativ regieren. Während der Dativ einen passiven Zustand beschreibt, beschreibt der Akkusativ einen Vorgang. Da in unserem Fall "über" den Akkusativ regiert, muß Deutschland etwas sein, mit dem ein nicht genannter Täter etwas tut, und zwar stellt er Deutschland über alles. Er stellt, er liebt es nicht, andernfalls wäre der folgende Wenn-Satz unsinnig: Ich liebe Deutschland über alles, wenn es brüderlich zusammenhält. Sonst nicht ? Das wäre ja Blödsinn. Der Sinn ist versteckt, aber ganz eindeutig: Wenn Deutschland zusammenhält, können wir uns über die ganze Welt erheben. Hans Magnus Enzensberger, in der Zeitschrift "Transatlantik", Oktober 1981