Rheinlieder

Ende Juli veröffentlichte Niklas Becker sein anti-französisches Gedicht „Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein“. Dieses Lied verbreitete sich in kurzer Zeit im ganzen deutschen Reich. Ein Druck erhielt gleich acht Melodien auf die dieses „Nationallied“ zu singen wäre.  Das Lied fand zahlreiche Nachahmer und mehr oder weniger poetische Antworten und Gegenlieder. Hoffmanns „Deutschland Deutschland über alles“ ist ohne „Sie sollen ihn nicht haben den freien deutschen Rhein“ kaum denkbar.

Der freie deutsche Rhein

Sie sollen ihn nicht haben den freien deutschen Rhein, ob sie wie gierige Raben sich heiser danach schrein So lang er ruhig wallend sein grünes Kleid noch trägt so lang ein Ruder schallend In seine Woge schlägt Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen rhein, so lang sich Herzen laben an seinem Feuerwein so lang in seinem Strome noch fest die felsen stehn, so lang sich hohe Dome in seinem Spiegel sehn Sie sollen ihn nicht haben Den feien deutschen rhein So lang dort kühne Knaben Um schlanke Dirnen freien So lang die Flossen hebet Ein Fisch auf seinem…

Sie sollen ihn nicht haben (Spottversion)

Sie sollen ihn nicht haben den freien deutschen Rhein, das wissen schon die Knaben, die sieben Jahr alt sein Solang man ruhig wallend die Zuchthausjacke trägt solang der Gessel schallend aufs breite Sitzfleisch schlägt. Sie sollen ihn nicht haben den Rheinstrom deutsch und frei solang sich Fettbäuch laben an Bundespolizei Solang im deutschen Lande nicht Einheit alles gilt solang man Schmach und Schande "Fürstliche Hoheit" schillt. Sie sollen ihn nicht haben den Rheinstrom deutsch und frei solang man nicht die Raben verjagt von Nest und Ei Solang der Adler ferne von seiner Eiche haust solang das Volk noch gerne das…

Der deutsche Rhein

Der deutsche Rhein – ! Wie klingt das Wort so mächtig! Schon sehn wir ihn, den goldig-grünen Strom, Mit heitern Städten, Burgen stolz und prächtig Die Lurlei dort und dort den Kölner Dom! Der freie Rhein – ! Gedächtnis unsrer Siege, Du mit dem Blut der Edelsten getauft, Ruhm unsrer Väter, die in heil’gem Kriege Mit Liedern nicht, mit Schwerten dich erkauft Ich sah ihn auch – es war ein böses Zeichen, Novemberwolken hingen drüber hin, Nicht strömen, nein! mich dünkt, ich sah sie schleichen, Die goldne Flut, wie eine Bettlerin; Als klagte sie, daß noch mit Zoll und Banden…

Wo solch ein Feuer noch gedeiht

Wo solch ein Feuer noch gedeiht Und solch ein Wein noch Flammen speit, Da lassen wir in Ewigkeit Uns nimmermehr vertreiben. Stoßt an! Stoßt an! Der Rhein, Und wär's nur um den Wein, Der Rhein soll deutsch verbleiben. Herab die Büchsen von der Wand, Die alten Schläger in die Hand, Sobald der Feind dem welschen Land Den Rhein will einverleiben! Haut, Brüder, mutig dreint! Der alte Vater Rhein, Der Rhein soll deutsch verbleiben. Das Recht' und Link’!, das Link’ und Recht’, Wie klingt es falsch, wie klingt es schlecht! Kein Tropfen soll, ein feiger Knecht, Des Franzmanns Mühle treiben. Stoßt…

Wir wollen ihn nicht lassen

Wir wollen ihn nicht lassen den freien deutschen Rhein wie sie darob uns hassen kann uns gleichgültig sein Noch lebt der deutsche Glaube Noch gilt ein deutsches Wort dies wahrt vor jedem Raube und lebet fort und fort ! Wir wollen ihn nicht lassen den freien deutschen Rhein wenn sie sich auch in Massen kampflustig finden ein Noch gibt es deutsches Eisen noch gibt es deutschen Mut noch strömt in seinen Kreisen der Deutschen treues Blut wir wollen ihn nicht lassen den freien deutschen Rhein wir kennen kein Erblassen sie schüchtern uns nicht ein Noch gibt es deutsche Fürsten Noch…

Sie haben ihn da oben (Rheinlied)

Sie haben ihn da oben Den alten deutschen Rhein Deshalb soll stets gehoben Das Schwert des Deutschen sein Mit welcher Schalkheit raubte Der Ludwig uns das Land Weil Deutschland mit dem Haupte Des Reichs in Fehde stand O Straßburg, Burg der Straßen Von Frankreich und Burgund Solang dort Franzen rasen Wird Deutschland nicht gesund Dein Münster reckt den Finger Zum Himmelszelt empor Und drohet dem Bezwiger Wie dem, der ihn verlor. Dem Reich und einst dem Kaiser Wohl von des Rheines Strand Sei du des Weges Weiser Ins stolze Frankenland Der Rhein soll Deutschlands Erben In seinem ganzen Lauf Zu…