Der Sommer (Der Sommer)

Der Sommer, der Sommer,
Das ist die schönste Zeit:
Wir ziehen in die Wälder
Und durch die Au´n und Felder
Voll Lust und Fröhlichkeit.

Der Sommer, der Sommer,
Der schenkt uns Freuden viel:
Wir jagen dann und springen
Nach bunten Schmetterlingen
Und spielen manches Spiel.

Der Sommer, der Sommer,
Der schenkt uns manchen Fund:
Erdbeeren wir uns suchen
Im Schatten hoher Buchen
Und laben Herz und Mund.

Der Sommer, der Sommer,
Der heißt uns lustig sein:
Wir winden Blumenkränze
Und halten Reigentänze
Beim Abendsonnenschein.

-1865

Der Sonntag ist gekommen (Sonntag)

Der Sonntag ist gekommen,
Ein Sträußchen auf dem Hut,
Sein Äug´ ist mild und heiter,
Er meint´s mit allen gut.

Er steiget auf die Berge,
Er wandelt durch das Tal,
Er ladet zum Gebete
Die Menschen allzumal.

Und wie in schönen Kleidern
Nun pranget jung und alt,
Hat er für sie geschmücket
Die Flur und auch den Wald.

Und wie er allen Freude
Und Frieden bringt und Ruh´,
So ruf auch du nun jedem
„Gott grüß dich!“ freundlich zu.

(1855) – Text: Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)
Musik: anonym Volksweise

Der Sommer ist gekommen

Der Sommer ist gekommen
für das deutsche Vaterland
Frisch auf drum deutscher Michel
jetzt nimm die Sens und die Sichel
Alle Welt fort ins Feld
Frisch und froh wie ein Held
Nimm die Sichel in die Hand
und schneide, schneid und ernte!

Text: Hoffmann von Fallersleben – Sommer 1843
Gerstenberg merkt zu diesem Lied an: “ Gedichtet zu Mannheim am 25. August 1843; in die Ges. W. nicht aufgenommen; es findet sich u.a. in Deutsches Volksgesangbuch von H.v.F.‹ (Leipzig. 1848. Nr. 35).

Der Sommer kommt der Frühling flieht

Der Sommer kommt, der Frühling flieht,
Schon singt kein Vogel mehr sein Lied;
Vor Arbeit und Geschäftigkeit
Verstummt die Freude weit und breit.

Des Alltags wird es keinem klar,
Daß es noch neulich Frühling war,
Auch sonntags denkt man kaum zurück,
Nur in der Zukunft sucht man´s Glück.

Ich hang´ an der Vergangenheit,
An jener frohen Frühlingszeit,
So wie das Kind an meiner Brust,
Voll Dank erfüllt in Freud und Lust.

Denn seht, der Frühling blieb bei mir,
In meiner Wiege liegt er hier,
Er ist dem schönsten Maitag gleich,
Wie er so hold, so freudenreich.

-1827