Studentenunruhen

Studium in Göttingen – Wartburgfest

Im April 1816, ein Jahr nachdem der Wiener Kongreß die Aussicht auf eine Verfassung zunichte gemacht hat und dem Adel wieder zu seinen Rechten verhalf, unser Poet ist gerade 18 Jahre alt geworden, geht Hoffmann also auf Wunsch seiner Eltern an die Universität zu Göttingen, um mit wenig Geld und noch weniger Lust Theologie zu studieren. Die Vorlesungen erschienen ihm noch langweiliger, als er befürchtet hatte und so hielt er es mit dem Studium wie mit dem Dichten, er setzte seinen Kopf gegenüber seinen Eltern durch. Den Hörsäälen kehrte er bald den Rücken zu, statt dessen beschäftigt er sich mit…

Studentenunruhen – Reise nach Jena

Dann im Frühjahr 1818 Studentenunruhen! Dies hatte Auswirkungen sogar in Göttingen, das Klima unter den Studenten wird vertraulicher, man hält sich nicht mehr an die alten Formen, doch genau zu diesem Zeitpunkt verlassen die meisten Freunde die Stadt. Sein bester Freund, Henneberg, wechselt nach Jena, der Stadt, von der das Wartburgfest seinen Anfang nahm und in der in diesem Herbst der allgemeine deutsche Burschentag stattfinden soll. Hoffmann beschließt, dieser Stadt ebenfalls einen Besuch abzustatten und tritt zeitgleich mit ihm die Reise an. Hoffmann reist über Kassel, wo er in der Bibliothek und in Museen, ausgerüstet mit einem Empfehlungsschreiben seines Göttinger…

Attentat auf Kotzebue

Zurück in Göttingen, erhält Hoffmann die Nachricht, daß er sich sofort in Celle zum Militärdienst einzufinden habe. Seinem Vater gelingt es, ihn mit Geld und wohl auch durch gute Beziehungen loszukaufen. Dank seines Vaters kann Hoffmann also seine Pläne weiter verfogen, er wechselt nach Bonn , an die neu gegründete Universität, in die er große Erwartungen hat. .. Er folgt seinem Göttinger Lehrer Friedrich Gottlieb Welcker, der dort einen Lehrstuhl übernahm und Oberbibliothekar wurde. Dieser ist so freundlich, sein Gepäck zu besorgen. Hoffmann reist zu Fuß mit leichtem Gepäck, am 17. März 1819 besucht er seine Eltern in Fallersleben: Diese…

Wechsel nach Bonn – Karlsbader Beschlüsse

Unterwegs erfährt Hoffmann, daß sein Vater am 23. April 1819, kurz nach seinem 21ten geburtstag verstorben ist. Er kehrt nicht noch einmal um, und Anfang Mai kommt er in Bonn an. Die neu gegründete Friedrich – Wilhelms – Universität konnte klangvolle Nahmen unter ihren Professoren aufweisen: Schlegel las dort aus der Geschichte der neueren deutschen Literatur und Ernst Moritz Arndt, der Verfasser von "Wo ist des deutschen Vaterland" war Professor für neuere Geschichte, der aber gleich wieder abgesetzt wurde und auf etwa 20 Jahre Lehrverbot erhielt. Ansonsten war Hoffmann vom Lehrkörper eher enttäuscht. Doch auch unter den etwa 220 Studenten…

Wo den Deutschen heißhungern wird, sich selbst kennen zu lernen

Hoffmann scheint zu wissen, was er will und verfährt nach Plan. Er sucht nach den Wurzeln, aus denen dann das vereinigte Deutschland wachsen kann: "Es hat sich in mir eine Reihe von Ansichten über deutsches Leben, deutsche Sprache, Kunst und Wissenschaft gebildet, die ich zu einem ganzen einen, zu einer großen Idee erheben, zu dem Zielpunkte meines ganzen Lebens hienieden stellen will. Mühsam habe ich das alles errungen, aus dem Wuste eingetrichteter Schulweisheit gerettet; aber ich nenne es mein, es ist mein eigenstes Besitztum." Er sammelt Lieder und Sprüche der Leute aus der Umgebung, kauft auf Märkten alte Drucke und…

Mit sechs Bärten im Gesicht und zerrissenem Wams

Eine Reisestation in diesem Jahr 1820/21 war Mainz, die Stadt der Zentralen Untersuchungskommission, die aufgrund der Karlsbader Beschlüsse eingerichtet worden war. Hier saß Hoffmann zufällig ausgerechnet in dem Restaurant, in dem sich diese politische Polizei traf, wo er schon aufgrund seines Aüßeren auffiel. So wie 1968 / 69 die oppositionellen Studenten an ihren langen Haaren und der Kleidung zu erkennen waren, so war es 1820 Hoffmann an seinem "furchtbar langen Bart", seiner Cordjoppe und seiner von den langen Wanderungen gebräunten Haut. Er begegnet auf der Rückreise auch Achim von Arnim , der ihn in einem Brief an seine Frau so…