Attentat auf Kotzebue

Zurück in Göttingen, erhält Hoffmann die Nachricht, daß er sich sofort in Celle zum Militärdienst einzufinden habe. Seinem Vater gelingt es, ihn mit Geld und wohl auch durch gute Beziehungen loszukaufen. Dank seines Vaters kann Hoffmann also seine Pläne weiter verfogen, er wechselt nach Bonn , an die neu gegründete Universität, in die er große Erwartungen hat. .. Er folgt seinem Göttinger Lehrer Friedrich Gottlieb Welcker, der dort einen Lehrstuhl übernahm und Oberbibliothekar wurde. Dieser ist so freundlich, sein Gepäck zu besorgen. Hoffmann reist zu Fuß mit leichtem Gepäck, am 17. März 1819 besucht er seine Eltern in Fallersleben: Diese sind besorgt über seine Zukunft, können ihn auch nicht unterstützen, aber wünschen ihm Glück. In die Zeit seines Aufenthaltes bei den Eltern fällt das Attentat auf den Schriftsteller August von Kotzebue durch den Studenten Karl Ludwig Sand am 23. März. Zwar war Kotzebue ein Spitzel des russischen Zaren, ein „Fürstenknecht“, wie man damals solche Individuen nannte. Dennoch lehnte Hoffmann wie die meisten Studenten solche Gewaltakte Einzelner ab. Die Obrigkeit aber nahm diesen politischen Mord zum Anlaß, die unliebsame Opposition niederzuschlagen.
„Sands schreckliche Tat hatte große Erbitterung gegen die Universitäten und die Studenten hervorgerufen. Was ein Einzelner für sich getan hatte, sollte Folge eines gemeinschaftlichen Beschlusses der Burschenschaften gewesen sein, und diese Ansicht fand selbst bei Leuten glauben, die man für besser unterrichtet halten mußte. Ich hielt mich verpflichtet, für alle Studenten sprechen zu müssen und eine solchen Beschuldigung als nichtswürdig und lächerlich zurückzuweisen, was sich auch später aus der amtlichen Untersuchung herausstellte“.