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So hochgeboren ist kein Mann daß er die Lieb´ entbehren kann Wer aber Treu und Lieb´ gewann das ist fürwahr der höchste Mann
Heil ihm ! der nicht allein auf dem Throne thront heil ihm ! der auch in unseren Herzen wohnt der uns gehört, wie wir ihm gehören noch eh er uns ließ die Treue schwören
Der mit gleicher Lieb uns all umfängt wie ein Vater an seinen Kindern hängt der jede biedere Gesinnung ehrt und sich an keine Verdächtigung kehrt
Den Leisetritt, Heuchler und Schmeichler fern hält und nicht den Sklaven zum Wächter des freien Herrn stellt der die Gewissen nicht belästigt, zwänget und schnürt sondern jedem schützt und befestigt, was ihn zum Himmel führt
Der dem freien Worte lässet Bahn und Weg und dem edlen Streben bauet Brück´ und Steg der niemandem, der hier und dort zu spitz singt oder zu Markte ein Scherzwort, einen Witz bringt
Sofort von seinem Ort oder Sitz zwingt der in begeisterter Red in des Herzens Tönen uns ermahnt, wir sollen dienen und frönen doch nur dem Wahren, dem Guten und Schönen
Der nicht Kunst und Wissenschaft beschützt weil sie dem Staat ist ehrenhaft und nützt sondern weil sich die ganze Welt um diese Angel dreht und die Menschheit mit ihnen gesellt nur Vorwärts geht
Der mit deutschem Gemüte das Leben erfaßt hat und die Kunst und Poesie bei sich zu Gast hat und in die steten Herrschersorgen und Mühn flicht der Häuslichkeit Rosen und Immergrün
Der in seinem Frieden trägt und Frieden für alles hienieden trägt und allen gern mit eigenen Händen allen Lebensberufen und Ständen
Alle Güter des Glückes möchte spenden der erkennt das Bedürfnis seiner Zeit und übet Recht und Gerechtigkeit und durch festen Willen und Rat und Tat
Einheit und Gedeihen bringt in Kirch und Staat der versöhnet und wehrt, vermittelt und schlichtet belohnet und ehrt, begnadet und richtet Ein Mann in Taten, ein Held im Glauben
Klug wie die Schlangen, ohne Falsch wie die Tauben - o daß er lange, lange regiere noch lange den Thron seiner Väter ziere Will er doch mit uns vereint in guten und bösen Tagen, will wider des Vaterlandes Feind voran das Banner tragen
Er rufe, wir stehen mit ihm, wohlan sein ganzes Volk, ein Herz, ein Mann Wir sind bereit für ihn hienieden in jeder Zeit, in Krieg und Frieden, in Freud und Schmerz ein Mann, ein Herz. Hoch lebe ! Hoch ! der uns regiert und uns regierte, Hoch lebe Friedrich Wilhelm der Vierte !
Text: Hoffmann von Fallerlsleben , 10. November 1840 Zum Breslauer Schillerfest veranstaltet von Zwecklose Gesellschaft |