O der alte böse Winter hat uns Eis und Schnee gebracht, Finstre Tage, lange Nächte und das Leben stumm gemacht. Doch der Frühling ist gekommen, jagt zum Teufel die Zensur, und die Vögel singen wieder frei im Wald und auf der Flur.
Könnt es so doch ewig währen ! Möchte es ewig Frühling sein ! Nein, der alte böse Winter stellt sich immer wieder ein. Alles Leben stirbet wieder, ach ! der liebe Frühling flieht, seine Blumen sind erblichen, leise hallt der Vögel Lied.
Doch den Sänger darf´s nicht kümmern, ob auch tot ist Sang und Wort – Ja, s e i n Frühling kann nicht sterben, s e i n e Hoffnung lebet fort. Liegt er auch durch Fürstenwillkür in des Kerkers Nacht gebannt, trotz den Schwergen, trotz den Bütteln singt er für sein Vaterland.
Hoffmann von Fallersleben - Verfasser des Deutschlandliedes, seit 1922 die deutschen Nationalhymne. Autor von Kinderliedern, revolutionären Gedichten im Vormärz, Sprachforscher und Bibliothekar.
Nichts gefunden? Versuchen Sie es doch auch einmal hier:
Alle Texte - so nicht anders vermerkt - Hoffmann von Fallersleben . Bitte geben Sie, wenn Sie Texte verwenden, als Quelle an: (Fallersleben-Archiv : http://www.von-fallersleben.de ).