O wie lustig läßt sich´s jetzt marschieren

O wie lustig läßt sich´s jetzt marschieren
in der frischen, kühlen Maienzeit
Wald und Feld ist grün
und die Blumen blühn
und die Vögelein
singen lieblich drein
O wie lustig läßt sich´s jetzt marschieren
in der frischen, kühlen Maienzeit

O wie lustig läßt sich´s jetzt marschieren
in der frischen, kühlen Maienzeit
Und mit Sang und Klang
geht´s das Tal entlang
und im Schritt und Trab
frisch bergauf, bergab
O wie lustig läßt sich´s jetzt marschieren
in der frischen, kühlen Maienzeit

Text: Hoffmann von Fallersleben
Musik: Ludwig Erk – 1863
in Schulgesangbuch für höhere Lehranstalten (1912) — Deutsches Lautenlied (1914) —

O wie ist es kalt geworden

O wie ist es kalt geworden
und so traurig öd und leer!
Rauhe Winde wehn von Norden,
und die Sonne scheint nicht mehr´

Auf die Berge möcht ich fliegen
möchte sehn ein grünes Tal
möcht in Gras und Blumen Liegen
und mich freun am Sonnenstrahl.


Möchte hören die Schalmeien
und der Herden Glockenklang
Möchte freuen mich im Freien
an der Vögel süßem Sang!


Schöner Frühling, komm doch wieder
Lieber Frühling, komm doch bald
Bring uns Blumen, Laub und Lieder
schmücke wieder Feld und Wald

Text und Musik: Hoffmann von Fallersleben –

Lasset uns schlingen dem Frühling Blümelein

Lasset uns schlingen dem Frühling Blümelein zum Kranz
Lasset uns springen, heißa, zum Tanz
Blumenpracht, Laubesduft, reges Gewimmel
Sang und Klang, Sonnenschein, heiterer Himmel

Dank dem Gefährten bei unserm Spiel und Scherz und Tand!
Was wir begehrten, hat er gesandt
Blumenpracht, Laubesduft, reges Gewimmel
Sang und Klang, Sonnenschein, heiterer Himmel


Hat er doch wieder ein neues Leben angefacht
Frohsinn und Lied wieder gebracht
Blumenpracht, Laubesduft, reges Gewimmel
Sang und Klang, Sonnenschein, heiterer Himmel


Lasset uns weilen nun auch nicht länger mehr zu Haus
Lasset uns eilen, eilen hinaus
Blumenpracht, Laubesduft, reges Gewimmel
Sang und Klang, Sonnenschein, heiterer Himmel


Lasset uns schlingen dem Frühling Blümelein zum Kranz
Lasset uns springen, heißa, zum Tanz
Blumenpracht, Laubesduft, reges Gewimmel
Sang und Klang, Sonnenschein, heiterer Himmel

Text: Hoffmann v. Fallersleben (1798-1874)
Musik: anonym – Volksweise

Weilet weilet länger nicht

Weilet weilet länger nicht
milde Frühlingslüfte
Weg das rauhe Winterkleid
spende holde Maienzeit
bald die süßen Düfte

Lange ach zu lange schon
bist du, Lenz, gewichen
und das öde starre Jahr
hat der Ulme lieblich Haar
längst zu Schnee geblichen


Weilet weilet länger nicht
milde Frühlingslüfte
Scheuchz der Fluren banges Weiß
Sprengt der Fluten starres Eis
und der Blumen Grüfte

Text Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)
Musik: anonym , Volksweise

Werde heiter mein Gemüte (Frühlingsmorgen)

Werde heiter, mein Gemüte
Und vergiß der Angst und Pein!
Groß ist Gottes Gnad´ und Güte,
Groß muß auch dein Hoffen sein.

Kommt der helle, goldne Morgen
Nicht hervor aus dunkler Nacht?
Lag nicht einst in Schnee verborgen
Dieses Frühlings Blütenpracht?


Durch die Finsternis der Klagen
Bricht der Freude Morgenstern;
Bald wird auch dein Morgen tagen;
Gottes Gut‘ ist nimmer fern.

Text: Hoffmann von Fallersleben –

In unsers Vaters Garten (Der Blümlein Antwort)

In unsers Vaters Garten
da wars noch gestern grün
da sah ich noch so mancherlei
so schöne Blumen blühn

Und heut ist Alles anders
und heut ist alles tot
wo seid ihr hin, ihr Blümelein
ihr Blümlein gelb und rot?


O liebes Kind, wir schlafen
nach Gottes Willen hier
bis Er uns seinen Frühling schickt
und dann erwachen wir


Ja, deine Blümlein schlafen:
So wirst auch schlafen du
bis dich erweckt ein Frühlingstag
aus deiner langen Ruh


Und wenn du dann erwachest
o möchtest du dann sein
so heiter und so frühlingsfroh
wie deine Blümelein

Unsere Väter sind gesessen

Unsere Väter sind gesessen
auch vor vollen Gläsern hier
unsre Väter sind vergessen
und vergessen werden wir

Wer kann alles auch behalten
was geschieht und nicht geschieht
Ob sich hier die Stirn in Falten
dort der Mund zum Lächeln zieht


Leer´ und volle Köpf´ und Taschen
werden nach uns auch noch sein
nach uns gibt´s noch Krüg´ und Flaschen
Gläser mit und ohne Wein


Und wenn diese gehen zu Scherben
neue Gläser werden draus
wenn die alten Gäste sterben
kommen neue Gäst´ ins Haus


Könnten unsre Väter sprechen
sprächen sie: Stoßt an und zecht
Leben war noch nie Verbrechen
und der Lebende hat Recht

Wer jetzt ein braver Soldat will sein

Wer jetzt ein braver Soldat will sein
der stelle sich flink in unsere Reih´n
Rum bidi bum bum rum bidi bum bum
der stelle sich flink in unsere Reih´n

Die deutsche Fahne, die flattert voran
wir folgen ihr alle Mann für Mann

So ziehen wir aus ganz mutig und stolz
und ist unser Schwert auch von Eschenholz

Von Eisen ist ja unser Mut
ein eiserner Mut das Beste tut

Die Trommel gerührt, daß es donnert und kracht
Hurra! hurra! nun geht´s in die Schlacht

Wer hat denn das neue Lied erdacht?
Das haben wir Kinder uns selber gemacht

Text: Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)
Musik: auf die Melodie von „
Es stand eine Lind im tiefen Tal

Es zog ein Reiter wohl in den Krieg

Es zog ein Reiter wohl in den Krieg
und als er auf sein Grauroß stieg
da hub er an zu singen
Und als das Mägdlein das vernahm
da hub es an vor lauter Gram
gar bitterlich zu weinen

Sag an was weinest du so sehr
gibt´s doch der Reiter noch viel mehr
auf Gottes schöner Erde
Oh Reiter, lieber Reiter mein
wirst du von mir geschieden sein
ist auch mein Glück geschieden

Und als das Mägdlein sprach das Wort
hielt er sein Roß, er konnt´ nicht fort
das Herz wollt ihm zerspringen
Doch plötzlich hub er wieder an
wer für sein Lieb nicht sterben kann
verdient nicht Lieb und Treue

Nimm hin mein goldenes Ringelein
ade, es muß geschieden sein
Dein bleib ich heut´
dein bleib ich immer

Text: Hoffmann von Fallersleben –
Musik: Edwin Schulz –