Alles mit hoher obrigkeitlicher Erlaubnis

Politische Gedichte | | 1843

Wer hindert uns in unseren Zwecken und Entwürfen
– Dideldum, dideldum, dideldum – und unseren Ideen
Mit hoher obrigkeitlicher Erlaubis dürfen
– Dideldum, dideldum, dideldum – wir immer vorwärts gehen
Die Obrigkeit will, wie‘ s auch sei,
ja ja, den Fortschritt nur
zum Fortschritt treibt die Polizei
und mahnet die Zensur.

Wer wird in freier Red‘ und je beschränken wollen ?
– Dideldum, dideldum, dideldum – Wer wäre wohl so schlecht ?
Mit hoher obrigkeitlicher Erlaubnis sollen
– Dideldum, dideldum, dideldum – wir tadeln, was nicht recht.
Die Obrigkeit, die nimmt es nicht,
ja ja, so akkurat
wer wohlgemeinten Tadel spricht,
wird oft geheimer Rat.

Wer wollte nicht im Kölner Domausbaue schaffen
– Dideldum, dideldum, dideldum – ein Einigungssymptom ?
Mit hoher obrigkeitlicher Erlaubnis bauen
– Dideldum, dideldum, dideldum – wir den Einheitsdom.
Die Obrigkeit hat‘ s Beste doch,
ja ja, das Best‘ im Sinn
wie kämen wir auch anders noch
zur deutschen Einheit hin.

Wer wehrt den Deutschen in Walhalla einzugehen
– Dideldum, dideldum, dideldum – unsterblich hier zu sein ?
Mit hoher obrigkeitlicher Erlaubnis stehen
– Dideldum, dideldum, dideldum – Deutschlands Verdienst‘ in Stein
Die Obrigkeit läßt uns charmant
ja ja, den Lorbeer schaun
mach dich verdient um´s Vaterland
so wirst du – ausgehaun

Text Hoffmann von Fallersleben , etwa 1843
in: Deutsche Gassenlieder –
auf die Melodie von: Heil sei dem Tag, an welchem du bei uns erschienen