Wie ist des Elends in der Welt (Der König weiß es nicht)

Allgemein | | 1841

Wir warten aber eines neues Himmels und einer neuen Erde, nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. (Petri Epistel, 2,3,13)
Wie ist des Elends in der Welt
so viel und mancherlei!
Und dennoch gibt man soviel Geld,
daß jeder glücklich sei.
Ach! Wer das Elend einmal sah,
ich weiß, das Herz ihm bricht.
Was hilft´ s ? Ihr saget immer: Ja
Der König weiß es nicht

Wie geht das Unrecht allezeit
so sicher doch umher!
Wie ist doch die Gerechtigkeit
so teuer und so schwer!
Warum gibt´ s so viel Unrecht noch?
So manchen Bösewicht?
Ich weiß, Ihr wißt es alle, doch
der König weiß es nicht.

Wie das Verdienst so wenig gilt
und doch Geburt so viel!
Ist das nach Christi Ebenbild?
Das unserer Liebe Ziel?
Ist Adel denn ein Vorzug noch?
So gebt mir doch Bericht!
Ich weiß, Ihr wißt es alle, doch
Der König weiß es nicht.

6. Juli 1841
Melodie: Helft, Leutchen, mir vom Wagen doch