Wie wird doch alles billig jetzt (Onze et demi)

Der Kaiser hat die bisherigen sehr strengen Adelsproben für den Kammerherrenschlüssel dahin geändert, daß die Kandidaten nur 12 Ahnen darzutun haben.
(Leipzig. Adelszeitung, 6. Februar 1842)
Wie wird doch alles billig jetzt!
Wie wohlfeil alles noch zuletzt!
Den Kammerherrenschlüssel kann
jetzt leicht gewinnen mancher Mann:
Jetzt braucht man nur zwölf Ahnen.
Sei mir gegrüßt, du Hoffnungsstrahl!
Zwölf Ahnen ist gar keine Zahl –
Ich habe zwölftemal ja schon,
die volle Zahl hat einst mein Sohn:
Jetzt braucht man nur zwölf Ahnen.
Mein Vater selig nahm, o weh!
Ein bürgerliches Kind zur Eh‘.
Ach, hätt‘ er das nur nicht getan,
so könnt‘ er sein mein zwölfter Ahn –
Jetzt braucht man nur zwölf Ahnen
27. Februar 1842 – (in: Deutsche Lieder aus der Schweiz)
Melodie: Ich bin vom Berg der Hirtenknab

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