Fallersleben-Jahr: 1845

Das Leben des Hoffmann von Fallersleben

Hoffmann von Fallersleben in Mecklenburg

Die ersten beiden Monate verbringt Hoffmann in Holdorf in Mecklenburg und arbeitet an neuen Kinderliedern. Eine neue Sammlung von Kinderliedern, mittlerweilen die dritte, entstand bis Ende Januar. Ab und an gerät ihm die harte Wirklichkeit in das Kindheitsidyll, wie in seinem Wiegenlied: Schlaf ein, mein liebes Kindlein ! Schlaf ein, mein süßes Herz ! Dich […]

Donnerstag. 02. Januar 1845 in: Biographie |


Wir Mecklenburger (Old-Mecklenborg For Ever)

Wir Mecklenburger sind nur Herrn und Knechte, nichts als die Luft ist uns gemein. Gleich sollten sein die Pflichten und die Rechte, wir sollten freie Bürger sein! Chor: Dat ging wol alles, doch geht et man nich, dat litt ja, dat lii ja de Ridderschaft nich. Freiheiten haben wir in großen Massen. Wo aber ist […]

Freitag. 14. Februar 1845 in: Allgemein | |


Raus raus raus und raus

Raus, raus, raus und raus, Aus Deutschland muß ich raus: Ich schlag mir Deutschland aus dem Sinn Und wand´re jetzt nach Texas hin. Mein Glück will ich probieren, Marschieren. Er, er, er und er Herr König, leb‘ er wohl! Ich brauch‘ ihn weiter nicht forthin, Weil ich nun selbst ein König bin. Mein Glück will […]

Mittwoch. 16. April 1845 in: Allgemein | , |


Heimat in Mecklenburg

Zunächst sieht es so aus, als ob er in dem Städtchen Brüel das Bürgerrecht erhalten würde, da der Bürgermeister ihm wohlgesonnen ist. Noch am 18. April hatte dieser behauptet, es wäre alles in bester Ordnung. Dann aber kommt ein ablehnender Brief. Die Regierung in Schwerin hatte dem Brüeler Bürgermeister deutlich gemacht: „Wenn er einen solchen […]

Freitag. 18. April 1845 in: Biographie |


Solltest doch lieber ins Häuschen gehn (Mairegen)

Solltest doch lieber ins Häuschen gehn, Häuschen gehn! Wirst ja am Ende ganz naß! Wozu doch willst du im Regen stehn, Regen stehn? Sag, wozu nützet dir das? „Mairegen macht, daß man größer wird, Größer wird; Größer doch möcht ich gern sein. Wär ich, o Mütterchen, groß genug, Groß genug, Ging´ ich gewiß nicht hinein!“ […]

Sonntag. 04. Mai 1845 in: Kinderlieder | |


Als der Vater zu lange ausblieb

Habe Blumen gepflücket Und gelernt manchen Sang, Habe schön mich geschmücket Oft zu deinem Empfang Bin so lustig gesprungen, Habe stets mich gefreut, Habe fröhlich gesungen: Komm doch, Väterchen, heut´! Schaue anderthalb Wochen Schon zum Fenster hinaus — Und du hast´s mir versprochen, Und du kommst nicht nach Haus. Geh´ schon anderthalb Wochen Stets entgegen […]

Montag. 05. Mai 1845 in: Kinderlieder | |


Frühling sprach zu der Nachtigall

Frühling sprach zu der Nachtigall: Ich will euch geben einen Ball. Lade, Nachtigall, alle ein, Alle Vögel groß und klein, Alle Vögel, alle! Und da kamen die Vögel all Zum Frühlingsball mit Sang und Schall: Kuckuck, Wiedehopf, Elster, Star, Reiher, Rabe, Strauß und Aar, Drossel, Fink und Zeisig. Und sie tanzten im Blumenduft, Bei Sonnenschein […]

Dienstag. 06. Mai 1845 in: Frühling | |


Ihr wollet vorwärt schreiten (Hindurch)

Ihr wollet vorwärt schreiten und suchet einen Weg ? Im wilden Meer der Zeiten ist weder Weg noch Steg Da gilt nur keckes Springen da gilt nur Kraft und Mut und ein beharrlich Ringen mit sturmbewegter Flut Hindurch trotz allen Winden und trotz der Wellen Spiel ! Wir suchen nicht, wir finden – hindurch ! […]

Donnerstag. 15. Mai 1845 in: Gedichte | |


Illegal in Berlin (1845)

Im Mai 1845 besucht er seine Freunde in Oranienburg, wo seine Bücher mittlerweile untergebracht sind, er nimmt einige Sachen mit und fährt wieder nach Mecklenburg. Am 23. Mai werden seine Freunde Hecker und Itzstein aus Berlin ausgewiesen. „Ich war sehr froh, daß ich meine Reise nicht bis Berlin ausgedehnt hatte, man hätte gewiß einen Zusammenhang […]

Freitag. 23. Mai 1845 in: Biographie |


Ich bin ein freier Mann (Michels Abendlied)

Ich weiß deine Werke, daß du weder kalt noch warm bist; ach ! daß du kalt oder warm wärest ! (Offenbarung Johannis 3, 15.) Ich bin ein freier Mann, nie ficht die Furcht mich an. Für Fortschritt nehm´ ich stets Partei, ich denke, red´ und handle frei Chor (ganz leise): Mit Polizeierlaubnis, Erlaubnis. Ich habe […]

Freitag. 06. Juni 1845 in: Allgemein | |