Fallersleben-Jahr: 1849

Das Leben des Hoffmann von Fallersleben

Einsam in Mecklenburg

„Im neuen Jahre (1849) war meine wehmütige Stimmung eine nachhaltige, denn unsere Zustände wurden täglich trostloser. Obschon ich wenig Hoffnung mir machte, dass meine Ausweisung aus Berlin zurückgenommen würde, so schien es mir doch Pflicht, Alles dafür zu versuchen. “ Am 3. Januar schrieb Hoffmann das Lied „Michels Abendlied im Belagerungszustande“: Da schlug voll Freud […]

Montag. 01. Januar 1849 in: Biographie |


Es war einmal ein Frühling (Michels Abendlied im Belagerungszustande)

Es war einmal ein Frühling, so schön, so wunderbar, wie er so schön noch niemals der Welt erschienen war. Der Baum der Freiheit blühte in Pracht und Herrlichkeit; es war für uns gekommen die neue schöne Zeit. Da schlug voll Freud und Hoffnung gar froh das deutsche Herz; Begeistert riefen alle: „Willkommen , schöner März […]

Mittwoch. 03. Januar 1849 in: Politische Gedichte | |


Wenn heut ein Geist herniederstiege (Deutschlands 18.Oktober, 18.März, 18.Mai)

„Wenn heut ein Geist herniederstiege!“ Sang einst ein deutscher Ehrenmann – Was ward uns auch nach solchem Siege? Sag an, was unser Volk gewann? Nur dreiunddreißigjährige Frone, nur sichere Aussicht auf den Tod, und dann noch obendrein zum Lohne: nie auszusprechen unsere Not. Du unser 18. Oktober, sag an, wo blieben deine Lober? Auch wir, […]

Freitag. 12. Januar 1849 in: Politische Gedichte | |


Ich fand im Winter ein Veilchen

Ich fand im Winter ein Veilchen Das war so frisch und grün Ich pflanzt es in meinen Garten Drin sollt es im Frühlinge blühn Mein Herz, das war der Garten Und als die Welt ward grün Da wollte mein Herzensblümlein Für mich, für mich nicht blühn Und als die Rosen blühten Da weint ich, da […]

Donnerstag. 18. Januar 1849 in: Liebesgedichte | Melancholie | |


Winter in Mecklenburg

21. Januar. Hoffmann in Holdorf, einsam, Winter, Kälte, Stürme, niemand dem er sich mitteilen kann, zitiert Ovid, den er später als Schweinepoeten bezeichnet und schreibt seiner Braut Ida: „Ich bin durchaus nicht niedergeschlagen durch den Umschwung, den auf einmal die politische Entwicklung genommen hat. Die Idee der Freiheit wird trotz aller Reaktion doch zur Verwirklichung […]

Sonntag. 21. Januar 1849 in: Biographie |


Bundeslied

Trennt uns Glauben, Streben, Meinen, eins soll, eins soll uns vereinen – Brüder, reicht euch froh die hand ! Deutschlands Freiheit, Deutschlands Einheit, und in ihrer schönsten Reinheit, Liebe für das Vaterland ! Und wie wir beim Becherklange und bei frohem Rundgesange sind vereint mit Herz und Hand – so in ernsten bangen Stunden laßt […]

Donnerstag. 25. Januar 1849 in: Deutschlandlied |


Trennt uns Glauben, Streben, Meinen (Bundeslied)

Trennt uns Glauben, Streben, Meinen, eins soll, eins soll uns vereinen – Brüder, reicht euch froh die hand ! Deutschlands Freiheit, Deutschlands Einheit, und in ihrer schönsten Reinheit, Liebe für das Vaterland ! Und wie wir beim Becherklange und bei frohem Rundgesange sind vereint mit Herz und Hand – so in ernsten bangen Stunden laßt […]

Donnerstag. 25. Januar 1849 in: Allgemein | |


Unser wird der Sieg

Mit Ida unterhielt ich einen lebhaften Briefwechsel. Ich hatte ihr meinen Wunsch öfter schon mündlich ausgesprochen, sie möchte sich doch jetzt auch mit der Theorie der Musik beschäftigen, damit sie befähigt würde, selbst componieren zu können, auch empfahl ich ihr das Studium der Volksweisen. Am letzten Januar schrieb ich ihr einen langen Brief und schloß: […]

Dienstag. 30. Januar 1849 in: Biographie |


Onkel liebt Nichte

Ida war durch meine Briefe in Verlegenheit gekommen und wußte nicht was sie darauf antworten sollte. Sie wendete sich deshalb an ihre ältere Schwester Alwine und diese schrieb ihr am 9. Februar: „Daß Du Onkels Briefe mitgeschickt hast, hast Du sehr gut gemacht, und wenn er es wüßte, würde er gewiß nichts dagegen haben, daß […]

Freitag. 09. Februar 1849 in: Biographie |


Politik und wieder Politik

Ueberall wohin ich kam nichts als Politik und wieder Politik. Obschon noch Mancher in Hoffnungen auf eine schöne Entwicklung unserer traurigen Verwickelungen schwelgte, so konnte ich es doch nicht, ich war längst enttäuscht und sprach meine Verstimmung unverholen aus. Wie ich schon voriges Jahr “ Zwölf Zeitlieder “ hier bei F.M. Meinecke hatte drucken lassen, […]

Donnerstag. 01. März 1849 in: Biographie |