Fallersleben-Jahr: 1872

Das Leben des Hoffmann von Fallersleben

Zerreiß den Bann der Überlieferung

Es ist ein wahrer Jammer, wie es mit unserem höheren Schulwesen beschaffen ist. Möchten doch alle Väter einsehen, daß ihre Kinder in unseren jetzigen Gymnasien zu Krüppeln an Leid und Geist verbildet werden. Seit Jahren habe ich in jeder Familie, wo ich verkehrte, nur Klagen gehört, daß die Kinder durch die vielen Schulstunden und Schularbeiten, […]

Freitag. 16. Februar 1872 in: Biographie | Schule | |


Drillhäuser, welche höhere Bildungsanstalten heißen

Es ist ein Jammer, daß vorläufig nicht die mindeste Aussicht vorhanden ist, daß unsere Gymnasien eine den Zeitverhältnissen entsprechende Umgestaltung erfahren. Wenn ein Junge, aus diesen Drillhäusern, welche höhere Bildungsanstalten heißen sollen, mit gesundem Leib und Geist herauskommt, so kann er von Glück sagen und Gott nicht genug danken. Nun frage ich sie, wo steckt […]

Samstag. 24. Februar 1872 in: Biographie | |


Jeder Bauer ein Junker und jeder Junker ein Esel

Dies Land (Hannover) hat keinen Reiz für mich, die Land der berechtigten Eigentümlichkeiten, wo jeder ein Bauer ein Junker und jeder Junker ein Esel ist; wo die sogenannten Gebildeten sich dadurch auszuzeichen glauben, daß sie vornehm, kalt, steif, zugeknöpft und unliebenswürdig sind; wo die Liberalen nur Spießbürger sind und partikularistische Doktrinäre; wo die Presse liberal […]

Mittwoch. 28. Februar 1872 in: Biographie | |


Ihr habt der ganzen deutschen Welt (Des Reiches Freund, der Pfaffen Feind)

„Daß Deutsche Reich hat den ihm hingeworfenen Handschuh aufgehoben. – Dieser Krieg läßt sich jetzt nicht mehr vermeiden und nicht umgehen.“ (National-Zeitung, Berlin, 27. September 1872) Ihr habt der ganzen deutschen Welt, die treu zum Deutschen Reiche hält, ganz unumwunden Krieg erklärt: Wohlan, der Krieg sei euch gwährt! Den Fehdehandschuh nehm´ ich an, stets bin […]

Montag. 08. Juli 1872 in: Gott und Teufel | |


Deutschland über alles

Dagegen bin ich in fortwährender Aufregung, die zuweilen sich zu fieberhafter Spannung steigert, über das Schicksal unseres deutschen Reichs. Es ist noch so jung, und hat mit so vielen alten Feinden zu kämpfen, mit Romanisten (Ultramontanen), Sozialisten und Partikularisten. Darum hat mich das jetzige 4. deutsche Bundesschießen in Hannover so freudig gestimmt und mich in […]

Donnerstag. 18. Juli 1872 in: Biographie |


Und ich sang von Deutschland wieder

Und ich sang von Deutschland wieder, sang in Freud und Hoffnung nur. Doch mein „Deutschland über alles“ kam und war – Makulatur. über sein „Lied der Deutschen“ Am Bartholomäustage (24. August) 1872 , (aus dem Nachlaß)

Samstag. 24. August 1872 in: Deutschlandlied |


Du bist ein Strauß o lieber Staat (Ohne Titel)

Du bist ein Strauß, o lieber Staat, du steckst verfolgt den Kopf in Sand; du gibst dir selber guten Rat, doch ratlos bleibt das Vaterland Und ihr mit eurem großen Wort, als speiset ihr nur Freiheitsbrei, habt weiter nicht als immerfort unselige Rechnungsträgerei Vom Feinde lernet einig sein ! Zur Tat macht endlich das Hallo […]

Dienstag. 27. August 1872 in: Politische Gedichte | , |


Ihr habt gezwitschert (An die deutschen Kriegspoeten von 1870 und 1871)

Ihr habt gezwitschert und gesungen, ihr habt geschrien und gebrüllt; gefochten habt ihr mit den Zungen, und was ihr wolltet ward erfüllt. Dank euch ! ihr habt mit beigetragen, daß uns ein deutsches Reich erstand; doch eine größere Schlacht zu schlagen, verlanget jetzt das Vaterland. Des Geistes Freiheit zu erringen, des Deutschen Reiches Fortbestehen; dafür […]

Mittwoch. 28. August 1872 in: Deutsches | , |


Die Presse ist Eigentum von Kaufleuten

Ich hoffe, daß Sie nun auch bald ihre Stimme erheben. Es ist leider nur ein Jammer, daß unsere Presse Eigentum von Kaufleuten und Gründern ist, die nur ihrem Interesse Rechnung tragen. Die Angst, einige ultramontane Abonnenten zu verlieren, ist zu groß. Mich soll wundern, ob mein Mahnruf an die Kriegspoeten* Aufnahme findet ? Ich lasse […]

Dienstag. 10. September 1872 in: Biographie | |


Mein Humor

Gott erhalte mir meine Humor und meinen Feinden die Lust, diesen meinen Humor zu beleben ! (Briefe, S. 344) 25.9.1872, Berlin, an Karl Gräf in Dresden

Mittwoch. 25. September 1872 in: Biographie | |