1850-60

Der Sonntag ist gekommen (Sonntag)

Der Sonntag ist gekommen, Ein Sträußchen auf dem Hut, Sein Äug´ ist mild und heiter, Er meint´s mit allen gut. Er steiget auf die Berge, Er wandelt durch das Tal, Er ladet zum Gebete Die Menschen allzumal. Und wie in schönen Kleidern Nun pranget jung und alt, Hat er für sie geschmücket Die Flur und […]

Sommer | 1855


Wie fühl ich mich verloren hier (Weimar)

Wie fühl ich mich verloren hier an dieses Flusses Strand ! Die Welt verschwimmt im Nebel mir, als wär´s ein Geisterland Ein Schatten irr ich still einher wie in der finsteren Nacht; Furchtsam mein Gang, mein Atem schwer, nichts, was mir Freude macht Der Nebel schleiert alles ein, soweit das Auge schaut. Gestorben scheint die […]

Persönliches | 1855


Wie mein Kind sich freuen kann!

Wie mein Kind sich freuen kann! Sieht es nur ein Licht, Sieht es nur ein Blümchen an, Lächelt sein Gesicht. Welche Freude wird es sein, Wenn´s im Frühlingsfeld Laufen kann im Sonnenschein Durch die Blumenwelt! Wie´s die Händchen dann erhebt Nach dem Schmetterling! Wie´s nach allem hascht und strebt! Nichts ist ihm gering. Und das […]

Kinderlieder | 1855


Die letzten Sonnenstrahlen bleichen

Die letzten Sonnenstrahlen bleichen Grau wird der See wie in der Nacht Und dichte Nebelwolken streichen Und hüllen ein der Berge Pracht. Nur einen Strahl des ewigen Lichts! Sonst weiter nichts, sonst weiter nichts Wie ist es rings um mich so schaurig Als wollte sterben alle Lust; Wie wird mein Herz so still, so traurig, […]

Liebesgedichte | Naturgedichte | 1856


Träum ich oder wach ich wieder

Träum ich oder wach ich wieder? Bin ich meiner mir bewußt? Sind das heut noch meine Lieder, Die ich sang aus voller Brust? Was ich dachte, was ich fühlte, Was mir schien mein bestes Sein, Was mich freute, labt‘ und kühlte, Darf ich’s heut noch nennen mein? Wie ein Traum so ist’s vergangen, Wie ein […]

Liebesgedichte | 1856


Unser liebes Fränzel

Unser liebes Fränzel Will werden ein Musikant, Da fehlen ihm die Gelder Und sonst noch allerhand. Die Mutter spricht: Ich werde laufen Und meinem Fränzel alles kaufen. Wart, Fränzel, wart! Wart, Fränzel, wart! Unser liebes Fränzel Will werden ein Musikant, Da fehlt ihm nur ein Waldhorn Und sonst noch allerhand. Die Mutter gibt ihm einen […]

Kinderlieder | 1856


Vögel, Taler und Buben (So reimt sich das)

Vögel, Taler und Buben, Wie reimt sich, reimt sich das? Die Vögel lieblich singen, Die blanken Taler klingen, Die lust´gen Buben springen: So reimt sich, reimt sich das! Frösche, Kinder und Uhren, Wie reimt sich, reimt sich das? Die Frosch´ im Frühling quacken, Die kleinen Kinder schnacken, Die Uhren ticketacken: So reimt sich, reimt sich […]

Kinderlieder | Schule | 1856


Und nun ist es wieder grün (Frühlings Begrüßung)

Und nun ist es wieder grün, Und die bunten Blumen blühn: Blümlein, gelb und rot und blau, Seid gegrüßt in Feld und Au! Und was flattert durch die Luft Lustig nach dem Frühlingsduft? Schmetterling´ im Sonnenstrahl, Seid gegrüßt viel tausendmal! Und der Vogel singt sein Lied, Freut sich, daß der Winter schied: Vöglein, singt durch […]

Frühling | 1856


Es webte schön Ännchen (Hinüber herüber)

Es webte schön Ännchen ohn Unterlaß als dächte sie weder an dies noch an das ließ hurtig das Schiffchen wandern von einer Seite zur andern Herüber, hinüber, herüber, hinüber Doch schneller als das Schiffchen flog ihr Herz zum fernen Geliebten zog Ach, könnt er bei mir doch weilen ach, könnt ich zu ihm doch eilen […]

Allgemein | 1857


O nimm mich auf du Waldeseinsamkeit

O nimm mich auf, du Waldeseinsamkeit, daß ich vergesse diese trübe Zeit, und glücklich preisen kann noch mein Geschick, daß mir noch war ein seliger Augenblick ! Wie ist geworden alles doch so alt, wie sind die Herzen doch so matt und kalt; hin ist des Geistes Flügelschlag und Schwung, hin ist die Freud´ und […]

Naturgedichte | Persönliches | 1857


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