Unpolitische Lieder II

In einem schönen Land ein Völkchen war

In einem schönen Land ein Völkchen war das lebt´ in tiefem Frieden manches Jahr. An einem König hatten sie genug, gemein war allen, was der Boden trug, nur daß sich jeder zweimal scheren ließ, sonst war´ s ein Leben wie im Paradies Ihr König hieß Leithammel nur schlechtweg, er kannt´ im Lande jeden Weg und […]

Politische Gedichte | 1840


Jüngst ist ein General erwacht (Tragische Geschichte)

Jüngst ist ein General erwacht, ein tapferer General, dem hat ein Traum um Mitternacht gemacht viel Angst und Qual. Er war im Leben noch erschreckt durch keinerlei Gefahr, doch hat ein Traum ihn aufgeweckt, ein Traum gar wunderbar. Was träumte denn dem General in später Mitternacht ? Was hat ihm denn so große Qual und […]

Allgemein | 1840


Mit jedem neuen Anlehen mehrte (Die Interessen)

Mit jedem neuen Anlehen mehrte der Staat nun seine Schulden zwar, doch wird er immer mehr geehret und mehr geliebt von Jahr zu Jahr. Das lassen wir uns gern gefallen – Der Staat ist ja ein gutes Haus, solang´ er immerfort uns allen die Zinsen zahlet richtig aus. Doch sollte sich dies Haus nicht halten […]

Allgemein | 1840


Wir geben und der König nimmt (Bienenlos)

Wir geben und der König nimmt, wir sind zum Geben nur bestimmt, Wir sind nichts weiter als die Bienen, arbeiten müssen wir und dienen. Und statt des Stachels gab Natur uns eine stumpfe Zunge nur, die dürfen wir nie unseretwegen und nur im Dienst des Königs regen. Text: Hoffmann von Fallersleben – 18. April 1840

Gedichte mit Tieren | 1840


Laßt uns Gottes Güte preisen (Wegebesserung)

Laßt uns Gottes Güte preisen, die uns gab den Fürstenstand: nur wenn unsere Fürsten reisen, bessert sich der Weg durchs Land. Sind auch solche Reisen teuer, sind sie uns doch lieb und wert; gern bezahlt man jede Steuer, wenn man noch erträglich fährt 24.April 1840  –

Spott auf Obrigkeit | 1840


Besteuert ist die ganze Welt

Besteuert ist die ganze Welt und alles drum und dran: Gewerbe, Handel, Gut und Geld, Weg, Wasser, Weib und Mann. Wem wäre nicht das Leben teuer, wofür man zahlt so mache Steuer. Besteuert ist der Bissen Brot, den man im Schweiß gewinnt; beteuert ist sogar der Tod, weil wir am Ziele sind. Nur zu erzeugen […]

Politische Gedichte | 1840


Ihr seid nicht Christen (Kreuzigt ihn)

Ihr seid nicht Christen, seid nur Pfaffen, seid nicht des Heilands Ebenbild; ihr führte nicht der Liebe Waffen und traget nicht der Demut Schild. Der Heiland hat der Welt den Frieden, und nur der Sünde Krieg gebracht: Ihr aber habt zum Krieg hienieden die ganze Menschheit angefacht. Ihr kreuzigt täglich noch den Heiland; erschien´ er […]

Gott und Teufel | 1840


O des Maies schöne Tage (Frühlingslied 1840)

O des Maies schöne Tage! Wann die Erd´ ist wieder grün, wann im Felde, Wald und Hage alle Bäum´ und Blumen blühn – O des maies schöne Tage! Wann der Hoffnung volle Blüte dann aus jeder Knospe bricht – Deutschland, daß dich Gott behüte! deine Hoffnung blüht noch nicht. Steht die Welt im Hoffnungskleide doch […]

Frühling | Politische Gedichte | 1840


Ihr braucht nicht Fahnen (Die deutschen Fahnen zu Paris)

Ihr braucht nicht Fahnen und Standarten, Ihr habt Erinnerung genug, genug, genug an Bonaparten, wie er die Welt in Fesseln schlug. Nicht durch sein siegen, plündern, morden ward er dereinst der Mann der Zeit; er ist was Großes nur geworden durch seiner Zeit Erbärmlichkeit. Dies Große wißt ihr schlecht zu schätzen, Ihr wollt kein Bild […]

Deutsches | 1840


Ha was eilt die Straß entlang (Militärisch)

„Ha ! was eilt die Straß entlang ? Wie´ s da blitzt im Sonnenglanz ! Trommelwirbel, Pfeifenklang ! Lustig, heißa ! wie im Tanz.“ Sind Soldaten, ziehen herein, kommen vom Begräbnis her, müssen jetzo lustig sein, als wenn nichts passieret wär´. Sind Soldaten, liebes Kind, die nicht Tod und Teufel scheuen, auf Kommando traurig sind […]

Politische Gedichte | 1840


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