Unpolitische Lieder II

Dem Verdienste seine Kronen (Der Hausorden)

Ach, gar zu bescheiden sind doch ihre Freuden und kaum von Leiden zu unterscheiden. (Tieck im Zerbino) Dem Verdienste seine Kronen! Also denket mancher Mann, und er will sich selbst belohnen, und kein anderer denkt daran. Und wie große Potentaten heckt er einen Orden aus zur Belohnung seiner Taten nur für sich und für sein […]

Allgemein | 1841


Ei was soll noch Kunst und Witz

Ei, was soll noch Kunst und Witz? Hier gilt nur der Grundbesitz. Für den Landbau, fürs Gewerbe schweigt kein Volksrepräsentant; doch des Geistes Gut und Erbe legen sie in Gottes Hand. Wie verlassen und verwaist, armer, armer Menschengeist! Wie der Vogel auf dem Dache hast auch du kein Vaterland, und der Menschheit heilige Sache gab […]

Politische Gedichte | 1841


Lieber tot als ein Verräter

Lieber tot als ein Verräter ! Lieber tot als schlechtgesinnt ! Stehet fest, ihr Volksvertreter, weil der Tag des Kampfs beginnt ! Schar der Guten, auf ! Erwache ! Stelle dich in unsere Reihn ! Denn des Volkes gute Sache muß der guten Sache sein. Stehet fest, ihr Volksvertreter, daß der Tag des Lohns beginnt […]

Politische Gedichte | 1841


Der Fürst und der Adel (Schnaderhüferl)

Der Fürst und der Adel stehen immer im Bund, der Fürst ist der Jäger und der Adel der Hund. Der Fürst ist der Jäger, das Volk ist das Wild, weil mehr das Regal als das Menschenrecht gilt. Und geht der Jäger auf die Hasenjagd, hat noch immer der Hund den Vermittler gemacht. Und wenn es […]

Allgemein | 1841


Ihr stützt euch auf Geschichte (Die historische Schule)

Ihr stützt euch auf Geschichte und sucht nicht, was ihr suchen sollt, und findet, was ihr finden wollt – Das nennet ihr Geschichte ! Und das Alte gehet doch zunichte. O leset die Geschichte ! Und sehet, wie der ew´ ge Geist zum Neubau Altes niederreißt – O lest – nie die Geschichte ! Und […]

Politische Gedichte | 1841


Ein jeder bleib in seinem Stande (Ständisches)

„Ein jeder bleib‘ in seinem Stande, ein jeder denke nur an sich; das ist ein Segen unserm Lande, das paßt sich gut für dich und mich!“ O weh, o weh, du schnöde Schande ! Du teuflische Simplizitas ! Bleibt jeder nur in seinem Stande, so kommt zustande niemals was. 18.März 1841 – Unpolitische Lieder, 2.Teil […]

Allgemein | 1841


Die sieben Sachen

Wie heißen doch die sieben Sachen, die einen Mann vom Stande machen ? Nichts lernen früh von Kindesbeinen und alles doch zu wissen meinen, die ganze Nacht beim Spiel durchwachen, den ganzen Tag brav Schulden machen, das Deutsch so schlecht als möglich sprechen, Französisch trefflich radebrechen, Champagner trinken obendrein und überall hoffähig sein. Das sind […]

Politische Gedichte | 1841


Ein großer Teufel (Eine himmlische Ethymologie)

„Ein großer Teufel ist schon Gog, Ma-Gog ist ein viel größerer noch, was aber ist der Demagog ? Das ist der allergrößte doch.“ So sprach dereinst der Engel Mund, und das vernahm der deutsche Bund, der machte schnell den Engelsfund uns armen, armen Teufeln kund. 25. März 1841  – Unpolitische Lieder, 2.Teil Melodie: Ich bin […]

Allgemein | 1841


Die Fürsten voller Güte (Heraldisches)

Die Fürsten voller Güt´ und Milde, was führen sie in ihrem Schilde? Gemeiniglich ein wildes Tier, ein Tier voll Raub und Mordbegier, wovon gottlob! Nichts weiß die Welt, als daß man es im Käfig hält. Doch diese Tiere könnten leben, lebendig jeden Thron umgeben – uns brächte weniger Gefahr Bär, Geier, Löwe, Greif und Aar, […]

Politische Gedichte | 1841


Du möchtest allen alles ein (Unfruchtbar)

Du möchtest allen alles ein ! Konservativ und liberal, aristokratisch, radikal, und demagogisch auch einmal Du möchtest allen alles sein! Wärst du ein Esel oder Pferd, so wärst du überall begehrt – Maulesel sind zur Zucht nichts wert 9. Mai 1841

Politische Gedichte | 1841


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