Unpolitische Lieder I

Stark sei dein Mut (Stimme aus der Wüste)

Stark sei dein Mut und rein dein Herz Und tönt‘ s auf allen Seiten Die schlimme Zeit! Die böse Welt ! Du wagst dich frisch hinaus ins Feld, das Schlechte zu bestreiten. Rein sei dein Herz und stark dein Mut ! dann bist du wohl gebettet. Und setzte dich der Menschen Neid hinaus in Wind- […]

Politische Gedichte | 1825


Das Glas in der Rechten (Trinklied)

Das Glas in der Rechten, die Flasch‘ in der Linken, so wollen wir fechten, nicht wanken, nicht sinken ! Krieg dem Durst und Krieg dem Kummer ! Und ein Bündnis mit dem Wein ! Krieg der Nacht und Krieg dem Schlummer ! Schenkt mir Mut und Feuer ein ! Das Glas in der Rechten, die […]

Trinklieder | 1829


Die Trommel schlagt (Schwabenkrieg)

Die Trommel schlagt, zum Krieg hinaus mit Spießen, Degen, Flinten ! Fürwahr, es ist ein harter Strauß ! Wir ziehen hinaus mit Mann und Maus, und keiner bleibt dahinten Und als die wilde Schlacht begann, da sollten wir uns schlagen. Da sprach ich: Gebt mir meinen Mann – was geht mich euer Krieg denn an […]

Politische Gedichte | 1836


Von all den Wünschen auf der Welt (Knüppel aus dem Sack)

Von all den Wünschen auf der Welt nur einer mir anjetzt gefällt KNÜPPEL AUS DEM SACK ! Und gäbe Gott mir Wunschesmacht, ich dächte nur bei Tag und Nacht KNÜPPEL AUS DEM SACK ! Dann braucht ich weder Gut noch Gold, ich machte mir die Welt schon hold mit: KNÜPPEL AUS DEM SACK ! Ich […]

Politische Gedichte | 1837


Der Corporalstock

Von einem Helden will ich singen, der einst die ganze Welt bezwang: So konnt´ es keinem noch gelingen, so glorreich wie es ihm gelang Obschon im Waldesgrün geboren bei Amselschlag und Frühlingswehn, so war er doch dazu erkoren, mit Herren Hand in Hand zu gehen Er ward gewiegt von Fürstenhänden, Zopf und Kamasche pflegten sein; […]

Politische Gedichte | 1838


Philistervolk auf allen Wegen (Philister)

Philistervolk auf allen Wegen, Philister vor und hinter mir, Im Sonnenschein, im Schnee und Regen, Philister dort, Philister hier ! Hast du noch Beine, so enteile ! Zwar ist gewiß, du stirbst einmal – Doch ist ein Tod vor Langeweile schon hier auf Erden Höllenqual. So dacht‘ ich und es klopft so eben, und ein […]

Persönliches | Philister | 1838


Zum Amboß hielt ich mich zu schlecht (Niemandes Herr Niemandes Knecht)

Zum Amboß hielt ich mich zu schlecht, zum Hammer war ich euch nicht recht. So bin ich Amboß nicht noch Hammer und rufe frei von Herzensjammer: So ist es gut, so ist es recht, Niemandes Herr, Niemandes Knecht ! Fliegt frei der Vogel durch das Feld, so ist noch sein die ganze Welt. Müßt er […]

Persönliches | Politische Gedichte | 1838


Ihr seid die Herrn der Schlösser und Paläste (Sie und Ich)

Ihr seid die Herrn der Schlösser und Paläste, zu Haus bei Gold und Edelstein: Ich bin ein Fremdling, bin ein Gast der Gäste, nicht einen Grashalm nenn ich mein. Doch mir gehört die hohe Himmelsfeste, der Frühling und der Sonnenschein: Behaltet eure Schlösser und Paläste ! Ich singe – und die Welt ist mein. Anlehnung […]

Allgemein | 1839


Wundertätig ward die Mütze (Mützen)

Wundertätig ward die Mütze, die dereinst Francesco trug – Das ist Wunder doch genug ! Die französische Freiheitsmütze ward zur Kaiserkrone gar – o wie groß, wie wunderbar ! Und des Preußen Landwehrmütze ward ein deutscher Siegeshut – und dies Wunder tat uns gut. Doch bei unsern heutigen Mützen ist von Wunder keine Spur, denn […]

Deutsches | Politische Gedichte | 1839


Nicht Berg´ und Meere (An das geliebte Fräulein von)

Nicht Berg´ und Meere trennen mich, mich trennt ein Wort von dir: Du bist von Staub und Staub bin ich – das trennet dich von mir. Und sitzen magst du neben mir, und nahe sein um mich: Ein Wort, es trennet mich von dir, und ewig fern bin ich. Erlisch´ nun Sonn und Sternenzelt in […]

Liebesgedichte | 1839


Meistgelesen in: Unpolitische Lieder I


Hoffmann von Fallerslebens  „Unpolische Lieder“ und Georg Herweghs „Gedichte eines Lebendingen“, die beide 1840 erscheinen, erreichen eine für die damalige Zeit sehr hohe Auflage von jeweils etwa 15.000 – 20.000 Exemplaren.

Die einfache Form der Gedichte, denen Hoffmann von Fallersleben meist eine bekannte Melodie hinzufügt, sorgen für eine rasche Verbreitung von Mund zu Mund, so daß sich über die tatsächliche Verbreitung nur spekulieren läßt.  Die Reaktion der Staatsorgane zeigte aber, dass man die Gefahr als nicht gering einschätzte.