Brief an Ferdinand Wolf in Wien (2)

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Lieber Freund!

Diesen Morgen 1/2 6 Uhr bin ich von meiner sächsischen Reise fröhlich heimgekehrt. Ich habe viele Briefe vorgefunden, so auch den Ihrigen. Ich freue mich herzlich, dass Sie mir Gelegenheit, geben, Ihnen eine kleine Gefälligkeit zu erweisen. Die begehrte von der Hagensche Schrift besitze ich selbst und lasse sie Ihnen hiermit zukommen. Ich hoffe, Sie werden dadurch ermutigt werden, andere Wünsche mir zu offenbaren. Sie dürfen überzeugt sein, dass ich gern bereit bin, mein frohes Andenken an Sie und Ihre freundliche Teilnahme zu erneuen. Die schlesische Zeitschrift liegt bereit, sagen Sie, durch wen? und sie geht sogleich ab. Uhland war sehr erfreut über Ihre Gabe, so auch Grimm. Nur müssen Sie über diesen nicht zürnen, wenn er mit der Rezension zögert. Er gibt eben seine deutsche Mythologie heraus und hat ganze Stösse Bücher zum Rezensieren liegen, wozu er natürlich vor wirklich drückenden Amts- und anderen Arbeiten nicht kommen kann. Berücksichtigen Sie doch meinen Vorschlag in Betreff des Flos. Die Sache gefällt mir immer besser, weil sie mir immer ausführbarer erscheint.
Mit den herzlichsten Grüssen
Ihr H.

Breslau, 9. Januar 1835

in ” Briefe von Hoffmann von Fallersleben und Moritz Haupt an Ferdinand Wolf ” – 1874